27. Ich weiß, dass ich nichts weiß!

Liebe Barbara, nun ist das Studium fast zu Ende und es ist die Zeit gekommen meinen letzten „Blogbrief“ an dich und alle anderen Mitleser*innen zu schreiben!

Meine Intention mit dem Studium war sich im Bereich des Content Marketings zu professionalisieren, eine Expertise auf einem Gebiet zu gelangen und diese auch gegenüber anderen Stakeholder zu verteidigen! Das ist mir auch gelungen! In meinem Job werde ich geschätzt und meine Meinung wird gehört! Das ist die gute Seite!

Auf der anderen Seite komme ich mir wie eine Novizin vor. Während des Studiums haben wir in viele Bereiche Einblicke gewonnen. Mir sind die Lücken meines Wissens nun viel mehr bewusst, als zu Beginn meines Studiums. Um es in den Worten von Sokrates zu sagen:

Ich weiß, dass ich nichts weiß!

Sokrates

Jobs: viele offene Türen & Möglichkeiten

In einem Report des World Economic Forums werden die “Jobs der Zukunft“ aufgelistet. Auf Platz 4 findet sich „Digital Marketing & Strategist Specialist“.

Wenn man die gängigen Jobbörse durchstöbert, merkt man sehr schnell, es mangelt nicht an Jobmöglichkeiten für COS Absolvent*innen! Trotzdem habe ich im Moment nicht das Gefühl mich für viele Jobs zu qualifizieren. Der Grund dafür liegt sicherlich in der fehlenden Spezialisierung – ähnlich wie nach einer AHS-Matura.

Fehlender PERSÖNLICHER Austausch

Ich vermisse den persönlichen Austausch mit meinen Studienkolleg*innen und Vortragenden. Obwohl die Präsenzwochen und -tage sehr anstrengend waren, haben sie mir immer wieder meine Stärken vor Augen führt: meine besten Ideen, meine Inspiration und Motivation erhalte ich durch den Austausch im Studium. Das fehlt mir ganz besonders jetzt bei den Vorbereitungen meiner Masterarbeit auf. Ich habe am konstruktivsten nach Präsenzwochen an meinen Projektarbeiten gearbeitet. Durch Gespräche und Diskussionen sah ich Problemfelder viel klarer und wusste, wie ich diese mit den Methoden analysieren und eventuell lösen könnte. Im Moment stehe ich vor meiner Masterarbeit und ich weiß nicht, wie und wo ich anfangen sollen. Es wird auch nicht besser, je länger ich mich alleine mit der Masterarbeit beschäftige.

Wie ist das bei dir, liebe Barbara? Freust du dich auf den Studienabschluss?

Meine Reflexion zusammengefasst

Ich bin dankbar, dass ich am COS Studium teilnehmen durfte. Mein Netzwerk ist enorm gewachsen: ich habe Freunde gewonnen und durfte Kontakte zu Expert*innen auf dem Feld der Content Strategie knüpfen.

Ich habe viele Tools, Methoden und Zugänge zu Literatur kennengelernt, auf die ich außerhalb des Studiums keinen Zugang hätte. Deshalb ist mir auch bewusst, dass ich auch nicht über alles bestens Bescheid wissen muss. Ich weiß, wo ich Informationen und Expertise finde, wenn ich sie zu einem speziellen Thema benötige.

Content Log – wie geht es weiter mit dem Portfolio?

Es erfüllt mich Freude durch die Beitrage unseres gemeinsamen Blogs zu klicken! Liebe Barbara, wir haben uns zu so vielen Themen ausgetauscht und anhand unseres Blogs sieht man auch, wie vielfältig das Studium Content Strategie ist.

Vorerst wird das jedoch mein letzter Blogeintrag sein. Ich werde den Sommer nutzen um Energie zu tanken um den letzten Teil des Studiums – die Masterarbeit – zu überstehen. Wie tanke ich Energie? Ich verreise! Vor der nächsten Corona Welle und Lockdown möchte ich die österreichischen Grenzen verlassen und die größere Welt genießen.

Ich hoffe durch meine Reisen nicht nur Energie zu tanken, sondern auch wieder meine Lust und Neugier nach Content Strategie Inhalten zu finden. Ich muss gestehen, dass ich im Moment etwas erschöpft bin und ich mich darauf freue mich von Arbeit und Studium zu distanzieren – und das auch räumlich! Daher verabschiede ich mich an dieser Stelle und hoffe, dass wir uns bald mal wieder persönlich sehen 🙂

25. Meine Lieblingslinks

Liebe Barbara

Einige unserer Studienkolleg*innen haben über nützliche Tools, Literatur und anderes reflektiert:

Ich habe in einem vorangehenden Beitrag 10 Gründe aufgelistet, warum ich das Grafik Programm liebe und nutze. Heute möchte ich mit dir meine Linkliste teilen, die sich im Laufe der letzten vier Semester angesammelt hat:

Es sind über 40 Links, dich sich in meiner Linkleiste im Ordner für COS19 befinden. Keine Angst, ich möchte hier nicht alle aufzählen, sondern nur die Highlights. Die Auswahl dieser Highlights wurde von mir subjektiv vorgenommen und geht einmal „quer durchs Beet“:  

Präsentationen mit Wirkung

Weißt du, was mir im Studium als erstes aufgefallen ist: wie kommt es, dass die Präsentationsfolien meiner Studienkolleg*innen immer so viel besser ausschauen? Die Antwort: https://slidesgo.com/ Die schönen und umfangreichen Google Slide und PowerPoint Templates benutze ich nicht nur im Rahmen meines Studiums, sondern auch in meiner Arbeit!

Informationen auf einen Klick!

Vor meinem Studium habe ich auch kaum mit Google Erweiterungen gearbeitet. Das hat sich nun vollkommen geändert. Auf einen Blick kann man grundlegende Informationen zu einer Seite erfahren – sei es zu SEO Grundlagen, Typografien oder Farbcodes. Diese Google Erweiterungen verwende ich am häufigsten:

Alle Erweiterungen für den Browser von Google sind im Chrome Web Store zu finden.

Accessibility von Websites

Du hast das Thema auch mehrmals angesprochen, liebe Barbara! Oft gestalten wir Websites, die uns gefallen und vergessen dabei andere Perspektiven und Zugänge. Im Rahmen der Lehrveranstaltung mit Eric Eggert haben wir viele nützliche Tools kennengelernt, wie man die Zugänglichkeit von Websites testen kann:  

Social Media

Es gibt zahlreiche Tools, die Social Media Manager*innen bei der Arbeit unterstützen. Luca Hammer hat uns in seiner Lehrveranstaltung zur Social Media Monitoring dieses hier empfohlen: https://socialblade.com/

Mit diesem Tool kannst du deine Mitbewerber*innen und dritte Social Media Kanäle beobachten und von ihnen lernen 😊

Plattformen für Online-Zusammenarbeit

Für mich ist es nach einem Jahr Pandemie schwer vorstellbar, dass es Personen gibt, die von miro noch nie gehört haben. Aber es gibt sie – wie zum Beispiel meine Arbeitskolleg*innen. Die Möglichkeiten mit miro sind grenzenlos. Ich selbst nutze es für Workshops (wie Beispiel Card Sorting Workshop zur Erarbeitung einer Brand Message) oder einfach um gemeinsam an Projekten zu arbeiten, Meetings abzuhalten, Gedanken zu sammeln…. Ohne miro geht’s nicht.

Nachhaltigkeit von Websites

Beim letzten Abschlusssymposium im Rahmen unseres Lehrgangs war das übergeordnete Thema „The Future of Content Strategy: Sustainable Content“. Ich hatte nämlich fälschlicherweise den Eindruck, dass Content (zumindest digitaler Content) umweltfreundlich sei. Für mich war dieser Tag und vor allem der Vortrag von Gerry McGovern augenöffnend! Hier ist ein Link zum Website Carbon Calculator, den er uns damals gezeigt hat: https://www.websitecarbon.com/

Literatursuche

Und zu guter Letzt möchte ich hier den Link platzieren, den ich am häufigsten im Zusammenhang mit Literaturrecherche verwendet habe: Die Suchmaschine der österreichischen Bibliothekenverbundes hat mich bei allen Projekt-, Seminar- und Masterarbeiten begleitet.


Liebe Barbara, was waren deine beliebtesten Links? Ich freue mich auf eventuelle Tipps! Auch wenn unser Studium nun zu Ende geht: „Man lernt nie aus!“

24. Was passiert, wenn ich eine URL im Browser Fenster eintippe und Enter drücke?

Liebe Barbara

Unser Studium nähert sich dem Ende! Was ich dich schon immer fragen wollte, warum hast du angefangen zu studieren? Mein wichtigster Beweggrund war, dass ich mich in einem Feld, indem ich schon Erfahrungen gesammelt habe, professionalisieren wollte. In meiner damaligen Tätigkeit als Marketing Managerin im Weltmuseum Wien habe ich unbewusst schon Techniken und Methoden von Content Strategie angewendet, ohne sie benennen zu können – wie zum Beispiel eine User-zentrierte Herangehensweise in Entscheidungen.

Ein weiterer Grund von mir Content Strategie zu studieren, war es mich mit der technischen Seite von Content Strategie auseinander setzen zu müssen.

Ich benutze das Web jeden Tag, weiß jedoch nicht ganz so Recht, wie es funktioniert.

Wir sind es gewohnt, eine URL im Browser einzugeben und die gewünschte Zielseite zu sehen. Diese Aktivität wird von uns täglich durchgeführt, ohne zu wissen oder uns zu fragen, wie es funktioniert. Dabei ist das System hinter einer angeforderten URL sehr komplex und gleichzeitig überraschend erstaunlich. Lass mich zunächst einige grundlegende Begriffe erklären:

Was ist eine IP-Adresse?

Das Internet Protocol identifiziert eine einzelne Netzwerkschnittstelle und keinen Computer. Über unterschiedliche Netzwerke (WiFi, Kabel, …) gibt es unterschiedliche IP-Adressen. Jede IP-Adresse ist eine einzelne Zahl, die die Identität unterscheidet. Die klassischste IP-Adresse hat die Form von IPv4 (Internet Protocol Version four). Es ist 32 Bit lang und wird durch 4 Dezimalzahlen (von 0 bis 225) dargestellt. Dies geschah, weil man sich die Adresse leichter merken kann, wie z.B. 10.117.23.46 Insbesondere seit der Erweiterung des IoT (Internet of Things) wächst die Zahl der mit dem Internet verbundenen Geräte rasant. Um eindeutigere Identifikationen zu haben, wurde IPv6 geschaffen, das aus 128 Bit besteht.

Was ist eine URL (Uniform Resource Localisation)?

In einer URL befinden sich mehrere Information, ähnlich einer Adressangabe (Straße, Haus-und Türnummer, Postleitzahl):

  • die Webressource wie z.B. eine Website und ihre Accessoren (Netzwerkprotokolle wie HTTP oder FTP)
  • die Lokalisierung der Website im Computernetzwerk

Eine URL besteht aus mehreren Teilen und definiert ein hierarchisches System, beginnend mit der TLD:

Aufbau einer URL

Zurück zur Ursprungsfrage: Was passiert genau, nachdem ich Enter drücke?

SCHRITT 1: Nachdem ein Gerät eingeschaltet und mit dem Internet verbunden wurde, erhält das Gerät sofort eine IP-Adresse. Dies geschieht aufgrund von DHCP (Dynamic Host Configuration Protocol). Das DHCP weist Geräten IP-Adressen zu, damit diese mit anderen IP-Netzwerken kommunizieren.

SCHRITT 2:Wir öffnen unseren Browser, geben eine URL ein und drücken die Eingabetaste. Als erstes prüfen der Browser und das Betriebssystem, ob die URL bekannt ist. Wenn sich die URL nicht im Cache des Browsers befindet, benötigt das Gerät Hilfe vom DNS (Domain Name Server). Wenn das DNS keine Antwort auf die angeforderte IP-Adresse hat, muss es als nächstes bei den Root-Servern nach der IP suchen.

Was sind Root-Server?

Das sind auch Namen-server und im Grunde die Bosse des DNS in der Root-Zone. Ein Root-Server beantwortet Anfragen, indem er eine Liste der ANS (Authoritative Name Server) für die entsprechende TLD zurückgibt. In Österreich ist zum Beispiel nic.at am wichtigsten. Dieses Unternehmen ist die offizielle Behörde (Registry) für alle Domains mit den Endungen .at, co.at und org.at.

Am Beispiel der URL www.fh-joanneum.at, das Gerät erhaltet Informationen in den folgenden drei Teilen:

TLD.atInformation vom Root-Server
Domainfh.joanneumvergeben seitens nic.at
Subdomainwwwerhalten seitens der lokalen DNS

Um das nächste Mal Zeit zu sparen, wird der Browser dies IP „cachen“.

SCHRITT 3: Hurra! Der Browser kennt die IP-Adresse der URL. Durch das TCP (Transmission Control Protocol) kann der Browser den Webserver direkt kontaktieren und weitere Informationen anfordern. Genauer gesagt sendet der Browser eine HTTP-Anfrage (Hypertext Transfer Protocol). http ist die Grundlage der Datenkommunikation im Internet – die Sprache zwischen Geräten. https bedeutet, dass die gesamte Kommunikation zwischen dem Browser und den Websites verschlüsselt ist – eine geheime sichere Sprache. Der wichtigste Teil von https ist die Authentifizierung durch den Besitz von Zertifikaten wie SSL (Secure Sockets Layer) oder TLS (Transport Layer Security). Auf dem Zertifikat steht die/der Inhaber*in und von welcher Firma der/die Inhaber*in das Zertifikat erhalten hat. Diese Zertifizierungen müssen regelmäßig erneuert werden.

SCHRITT 4: Wenn http(s) die Sprache ist, wo ist der Inhalt der Sprache? Nachdem der Webserver die http-Anfrage erhalten hat, leitet dieser die Anfrage an ein Programm wie PHP, Ruby usw. weiter. Das Programm liest, was angefordert wird und stellt die Antwort in einem Format wie HTML zusammen. Der Browser antwortet in HTML-Inhalten und der User kann verschiedene Elemente auf der Webseite sehen: strukturierter Text, Bilder, Links zu anderen Ressourcen und wahrscheinlich eingebettete Video-, Audio- oder andere Multimedia-Inhalte. Voilá!

Zu kompliziert?

Hier sind zwei Videos, die es auf einfache Art und Weise veranschaulichen:

23. Grafik Programme for Dummies

Liebe Barbara

Es freut mich für dich, dass du dein Studium und deine Arbeit so gut verbinden kannst. Obwohl ich meine letzte Projektarbeit sowie auch meine Masterarbeit für die Organisation schreibe, in der ich auch arbeite, tue ich das zu Ganze in meiner Freizeit. Ich bin momentan sehr eingespannt in der Arbeit. Und mit was? Ich produziere vor allem im Moment Content:

Ich schreibe, gestalte, schneide Videos, bearbeite Fotos…

Im Gegensatz zu dir habe ich jedoch keine grafische Ausbildung. Ich kenne die gängigen Adobe Programm, aber professionell bedienen kann ich sie nicht. Daher möchte ich diesen Blog allen widmen, die Content produzieren müssen, jedoch Photoshop, Illustrator und InDesign viel zu kompliziert ist!

Es gibt nämlich eine fantastische Alternative:

Canva (Software) – Wikipedia
www.canva.com ist die Lösung aller Content-Produktions-Probleme!

Vorweg möchte ich hier sagen, dass canva mich nicht bezahlt hat Werbung zu machen 🙂 Ich bin wirklich begeistert vom Tool! Es ermöglicht , ohne große Vorkenntnisse von komplizierten Grafik Tools schnell und einfach zu gestalten.

Ich habe meinen Arbeitgeber auch davon überzeugt die Pro Version von canva zu beziehen. In der bezahlten Version In der Pro Version gibt es nicht nur unzählige Fotos und Gestaltungsmöglichkeiten, sondern auch die Möglichkeit Markenunterlagen zu speichern, Ordner anzulegen, sowie mittlerweile auch eine Planungsfunktion.

10 Gründe, warum ich canva liebe:

  1. So viele kreative Möglichkeiten und trotzdem eine kinderleichte Bedienung!
  2. Ich kann Design mit einem Klick in andere Größe umwandeln, wie zum Beispiel ein Instagram Posting in eine Facebook Beitrag!
  3. Es gibt zahlreiche Inspirationen und Vorlagen – man muss nicht von vorne anfangen, wenn man nicht möchte!
  4. Zugriff auf zahlreiche (Stock-) Fotos, Grafiken und Illustrationen.
  5. Mit einem Klick kann man Social Media Beiträge animieren.
  6. Canva ist nicht nur für statische Bilder, sondern auch für grundlegende Video Bearbeitungen möglich.
  7. Alle meine Projekte sind online und von überall zugriffbar: Rechner, Mobil, von zuhause oder aus dem Büro.
  8. Fehler gemacht? Kein Problem man kann diese schnell und unkompliziert ausbessern.
  9. Egal was du benötigst, Infografiken, Präsentationen, Vistenkarten, Poster, Smart Mockups – das Tool erfüllt dir alle Content-Design Wünsche
  10. Die Download Funktion ist unglaublich userfreundlich. Du benötigst die Datei mit transparenter Hintergrund, nur 1 von 5 Seiten oder in einer geringeren Größe. Kein Problem!

uvm.

Du bist noch nicht überzeugt, hier sind ein paar Beispiel meiner Arbeit:

LinkedIn Posting für das Closing von NaturTalente


Liebe Barbara, als Expertin auf diesem Feld, bin ich sehr gespannt, was du von meinen Arbeiten haltest!

Zu grafischen Themen haben auch andere Studienkolleg*innen geschrieben, wie zum Beispiel:

21. Freude, Motivation und Ordnung während des Studiums

Wir sind im letzten Semesters unseres Studiums. Unglaublich! Ich möchte dies daher zum Anlass nehmen und dir in diesem Blog verraten, was mir persönlich viel Freude bereitet und mich motiviert hat jede Lecture im Studium anzuhören. Möglicherweise ist es ein bisschen spät für dich, aber möglicherweise nicht für andere Leser*innen unseres Schreibaustausches.

Meine handschriftlichen Notizen

Ich schreibe gerne mit der Hand. Ich lege Wert darauf, wie sich Papier anfühlt, wie ein Stift in der Hand liegt und wie ich den Stift auf dem Papier führe. Daher ist es nicht verwunderlich, dass meine Mitschriften während meines Studiums in Notizbüchern gesammelt sind. Obwohl ich Content Strategie studiere und mich auch beruflich hauptsächlich mit digitalen Kanälen beschäftige, genieße ich es meine Gedanken analog auf Papier zu bringen.

Es erfüllt mich daher mit Stolz in meinen vergangenen Notizbüchern zu schmökern und mir vor Augen zu führen, wieviel wir in diesem Studium bereits gelernt haben.

Meine vier Notizbücher umfassen meine bisherigen Mitschriften zum Content Strategie Studium.

Lernen durch die handschriftliche Mitschrift

Nicht besonders überraschend – aber ich selbst lerne am besten durch aktives Mitschreiben:

  • In der ersten Phase schreibe ich – meist auch mit dem Gefühl, dass wenn ich etwas nicht zu Papier bringe, es eventuell für immer verloren ginge. Die Tätigkeit des Schreibens verinnerlicht den Inhalt in mir.
  • In einer zweiten Phase kommen Farben hinzu, ich markiere farblich besonders wichtige Stellen. Das kann auch zu ziemlich hohen Kosten führen, da ich auch gerne in Büchern Notizen hinzufügen oder farblich Stellen markiere. Das kann ich nur in Büchern tun, die mir auch selbst gehören.
  • In einer dritten Phase tendiere ich dazu Skizzen oder Modelle zu zeichnen.
Hier ist ein Beispiel meiner Mitschrift von Deane Barkers Lecture zu Content Modeling. Part 2
Am besten merkt man sich begriffe und Funktionen durch Metaphern: Application Programming Interface (API) ist so gestaltet, dass sie wo andocken kann.

Erst kürzlich habe im Falter in der IT-Kolumne von Anna Goldenberg gelesen:

Wer bei einer Vorlesung seine Mitschrift am Computer tippt, merkt sich weniger. Besser fürs Hirn ist es, sich mit einem Stift auf Papier Notizen zu machen. Das waren die Erkenntnisse einer Studie, die 2014 im Fachjournal Psychological Science erschien und vielfach zitiert wurde. Wer mit der Hand mitschreibt, dessen Notizen sind kürzer, weil, anders als am Laptop, weniger wörtlich zitiert wird. Stattdessen werden die Inhalte gleich beim Schreiben verarbeitet. Die Ablenkung durch Internet und so weiter spielt keine Rolle.

Anna Goldenberg im Falter (Ausgabe Nr.13/21 – 31.März 20201)

Ich kann das nur bestätigen. Die Kolumne geht jedoch weiter:

Sechs Jahre später replizierte ein anderes Forschungsteam das Experiment, wie es für redliche Wissenschaft ratsam wäre, aber selten geschieht. Veröffentlicht wurden die Ergebnisse in der gleichen Zeitschrift. Diesmal fanden die Forscher keine Unterschiede zwischen jenen Studierenden, die mit der Hand, und jenen, die am Laptop mitschrieben. Beide merkten sich den Inhalt eines kurzen Vortrags gleich gut. Eine schlechte Nachricht für jene, die den Niedergang der Handschrift betrauern -und eine gute für jene, die ihre eh nicht lesen können.

ebenda

Was soll ich dazu sagen? Ich selbst gehöre zur alten Schule.

18. Facebook Fan Page vs. Gruppe

Liebe Barbara

Seit September arbeite ich für Uniport, dem Karriereservice der Universität Wien als Kommunikation und Social Media Managerin. Die Arbeit macht mir viel Freunde. Uniport kommuniziert hauptsächlich über drei Social Media Kanäle: LinkedIn, Instagram und Facebook. Wie viele kleine bis mittlere Unternehmen habe ich das Problem meine Follower über die Facebook Fan Page zu erreichen. Ich bemühe mich interessante Beiträge zu posten und im Endeffekt sieht sie niemand. Der Facebook Logarithmus lässt es nicht zu, dass diese Beiträge im Newsfeed anderer zu sehen sind. Was kann ich tun?

Ich habe mir folgende Lösung überlegt: neben einer Fan Page, erstelle ich auch eine Facebook Gruppe für Studierende, die sich für Berufseinstieg und Karriere interessieren.

Vorteile und Nachteile

Die Vorteile einer Facebook Gruppe liegen auf der Hand:

  • Sichtbarkeit der Marke
  • Bessere Reichweite
  • Engagement (Nähe und Austausch mit Gruppen Mitgliedern)

Die Nachteile meiner Meinung sind:

  • Herausforderung eine Facebook Gruppe aufzubauen
  • Zeitintensiv durch Moderation und Bemühungen die Gruppe aktiv zu halten

Was nun?

Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass ich nichts zu verlieren habe und daher werde ich mich das nächste halbe Jahr darauf konzentrieren eine Micro-Community in dieser Facebook Gruppe aufzubauen.

Hier ist eine kleine Übersicht, über die unterschiedlichen Auftretungsmöglichkeiten auf Facebook:

 Persönliches ProfilFan PageGruppe
Von wem genutzt:PrivatBusinessBusiness sowie Privat
Sichtbarkeit:Unterschiedliche Einstellungen der PrivatsphäreÖffentlichÖffentlich, Geschlossen oder Geheim
User StatistikNeinJaNein (man kann beim Gruppeneintritt Fragen und Daten erheben)
An eine Nachricht schreibenJaNeinJa
Schaltung von WerbeanzeigenNeinJaNein
BeiträgeManuell erstellenGeplante Beiträge, Manuelle BeiträgeNur manuell erstellen
User ControlJe nachdem wie die Einstellungen sindGeringHoch, Rechte und Rollen können definiert werden

Hast du Erfahrungen mit Facebook Gruppen?

15. Schreibreflexion

Liebe Barbara

Ich habe schon länger nichts mehr von dir gelesen! Was beschäftigt dich gerade? In der Zwischenzeit haben sich einige Artikel auf unserem Blog gesammelt und ich möchte an dieser Stelle reflektieren, wie es für mich ist zu schreiben.

Refection-in-action

Jupidu hat uns im Rahmen des Content Strategie Studiums hat uns den Begriff „reflection-in-action“ näher gebracht. Zusammengefasst geht es bei dieser Methode darum, dir selbst beim Schreiben über die Schulter zu schauen und dich zu fragen:

  • Was denkst du, wenn du die ersten Wörter schreibst?
  • Was sind die ersten Wörter? (Titel, Fußnoten,…?)
  • Hast du den gesamten Text im Kopf, wenn du anfängst zu schreiben?
  • Was fällt dir leicht? Was ist schwierig? Was braucht viel Zeit?
  • Wie fühlst du dich beim Schreiben?

Für mich fallen die Antworten unterschiedlich aus, je nachdem was für Texte ich verfasse. Für wissenschaftliche Projekte beginne ich am liebsten mit einem leeren, weißen Papier und einem Stift. Ich notiere Fragestellungen, Aspekte, Methoden, Arbeitsbereiche, Theorien und verbinde sie farblich. Auf diese Weise entsteht ein Mindmap. Diese Methode hilft mir meine chaotischen Gedanken zu ordnen und einen roten Faden zu entdecken.

Ich schreibe prinzipiell gerne mit der Hand. Seit ich 15 bin halte ich Kalender. Der Kalender dient nicht nur meine Termine in Überblick zu behalten, sondern vor allem als Erinnerungstool. Neben kurzen Textpassagen sind darin vor allem Bilder, Fotos, Tickets, Menükarten, Sketches uvm.

Contentlog.work

Unser Blog contenlog.work, liebe Barbara, ist für mich ein kreatives Notizbuch. Ähnlich wie mein Kalender dient es vor allem als Erinnerungs- und Austauschtool zu Themen, die mich im Rahmen meines Studiums und Berufs beschäftigen. Auf diese Weise kann ich diese Themen festhalten und mit anderen teilen möchte. Anders als bei wissenschaftlichen Artikel habe ich eine kreativere, freiere Zugangsweise. Ich fange einfach an zu schreiben. Der Aufbau (Anfang, Mitte und Schluss des Blogartikels) liegt vollkommen im Dunkeln.  

Einfach los schreiben

Wer kennt sie nicht? Schreibblockaden oder die Angst vor dem weißen Papier? Besonders vor größeren Schreibprojekten, weiß man oft nicht, wie mang beginnen sollen. Vor diesem Problem stand bei meiner Diplomarbeit. Ich habe damals den folgenden Tipp erhalten, den ich an dieser Stelle weitergeben möchte:

Fang an zu schreiben – den ersten Gedanken. Es ist vollkommen irrelevant, wie unsinnig dieser Gedanke auf Papier ausschaut. Und dann schreibe den nächsten Gedanken auf. Zensiere dich nicht selbst. Diese Übung hilft dabei in den Schreibfluss zu kommen. Der Inhalt ist dabei nicht wichtig.

Ich muss zugeben, dass ich diese Technik auch bei meinen Blogartikel anwende. Vielleicht sollte ich das nicht zugeben, als Studentin des Content Strategie Lehrgangs? Ich schreibe hier vor allem für mich, und dich , liebe Barbara. Alle anderen Texte, die ich verfasse, richten sich an eine spezifische Leser*inneschaft.

Tagebuch schreiben: 7 gute Gründe + 8 Tipps zum Durchstarten

Wie ist der Schreibprozess bei meinen Studienkolleg*innen?

Wie läuft das bei dir, liebe Barbara?

14. Geschichte des Webdesigns am Beispiel von mtv.com

Liebe Barbara

Wie hat dir das Wahlfach „Interface Design und Typography“ mit Jürgen Genser gefallen? Wir haben im Rahmen unseres Studiums schon mehrmals von der Geschichte des Internets gehört, trotzdem fand ich die den geschichtlichen Aspekt des Webdesigns sehr interessant. In diesem Blogartikel werde ich die Entwicklung des Webdesigns anhand von mtv.com aufzeigen. Ich muss zugeben, als ich durch „alte“ Webseiten aus den 90er Jahre scrollte, bin ich sehr nostalgisch geworden….

Kannst du dich noch an dieses Geräusch erinnern?

1993 Geburtsstunde von mtv.com

Die erste Version im Webarchiv stammt jedoch aus dem Mai 1996. Basierend auf einfachen HTML war die Seite sehr einfach gestaltet und zeigte ein grafisches Element (das Logo), zwei Links und Texterklärungen. In der Abb.1 kannst du leicht erkennen, dass das Layout auf Tabellen basierte. Es richtete sich an ein junges, technisch affines Publikum. Die Website richtete sich an dieses Publikum mit entsprechenden Humor. Der User konnte je nach Internetstabilität und Browser zwischen „Decaf“ und „Java“ wählen. MTV verstand sehr früh das Konzept der Landing Page.

mtv.com, Mai 1996, Quelle: web.archive.org

1997: Flash

Die Einführung von Flash im Jahr 1997 war besonders wichtig für mtv.com. Mit Flash konnte Musik abgespielt, Videos, neue Layouts, Animationen und Interaktionen angezeigt werden. Obwohl man die klassische Tabellenstruktur noch erkennen kann (Abb. 2), zeigt die Website viel mehr Inhalt: farbenfrohe, unterschiedliche Schriftarten und Animationen (die roten Sterne blinken, die kleinen Banner bewegen sich). All in allem ist auf der Seite sehr viel los.

Abb.2 mtv.com, April 2000, Quelle: web.archive.org

2004: User und bezahlte Werbung

Der Trend, mehr Inhalte auf der Website zu platzieren (Text, Animationen, Videos, Bilder…), wuchs weiter, wie in Abb. 3 dargestellt. Mit höheren Userzahlen begann die Kommerzialisierung mit bezahlter Werbung. Das Layout der Website ist fixiert und in Kopfzeile, Navigationsmenü und verschiedene Inhaltstypen unterteilt. Die Website wirkt nach unserem heutigen Standarf kleinformatig und überladen.

Abb.3 mtv.com, Oct. 2004, Quelle: web.archive.org

2007: Reduziert

Mit der Zeit wurde auch der schwarze Bereich außerhalb des Website-Layouts verwendet und in das Webdesign integriert. Die Inhaltsanzeige wurde leicht minimiert: Bilder, Videos sowie Schriftgröße wurden größer. Außerdem reduzierte sich die Schriftfarbe auf Blau und Grau. Insgesamt sah die Seite nun mehr „aufgeräumt“ aus.

Abb.4 mtv.com, Sept. 2007, Quelle: web.archive.org

2012: Printmagazin-Ästhetik

Fünf Jahre später änderte sich die Website komplett. Der beliebte Slide-Banner wurde prominent platziert. Zum ersten Mal sind die Social Media Buttons sichtbar. Das Design der Website spielt mit weißen Leeraum, welche nur durch quadratische Containerelementen unterbrochen werden. Die Website wirkt wie eine Seite aus einem Printmagazin.

Abb. 5 mtv.com, Dez. 2012, Quelle: web.archive.org

2016: Vereinfacht

Im Jahr 2016 wurde mtv.com vereinfacht. Die Navigation zeigt nun nur noch drei Kategorien: Shows, Musik und Nachrichten. Die Verlinkungen zu den Social-Media-Kanäle sind ebenfalls begrenzt. Vor allem aber nutzt die Website den gesamten Bildschirm und ist responsiv- Das bedeutet die Seite reagiert auf kleinere Geräte. Die Bilder wurden mit drei Textzeilen (Handlungsaufforderung, Titel, Untertitel) prominenter präsentiert. Diese Version ähnelt der heutigen Seite von mtv.com.

Liebe Barbara, was sagst du als ausgebildete Designerin zu meiner Interpretation der geschichtlichen Entwicklung des Webdesigns?

10. Halbzeit

Ein kleines persönliches Resümee über das letzte Jahr

Liebe Barbara

Unglaublich, aber wahr! Wir haben bereits die Hälfte unseres Studiums geschafft!

Was waren bisher deine Highlights und Herausforderungen?

Ich muss zugeben, dass bei mir noch immer eine Enttäuschung nachwirkt, dass unsere Exkursion nach London ausgefallen ist – nicht so sehr wegen dem inhaltlichen Programm, sondern der gemeinsamen Zeit als Studiengruppe. Bedauerlicherweise habe ich das Gefühl, dass sich in unserem Studienjahrgang keine wirkliche gemeinschaftlichen Dynamik bilden konnte. Wie siehst du das? Jeder und jede versucht so schnell wie möglich abzuschließen. Ich kann auch nicht beurteilen, ob du die Schuld allein der gesamten Pandemie zugesprochen werden kann, ob es an uns liegt oder an der Studienstruktur. Bei mir ist ein Gefühl der #studiensamkeit aufgekommen. Ich bin daher sehr dankbar für unseren kleinen Austausch und unser gemeinsames Projekt contentlog.work

Nächste Woche beginnt das zweite und letzte Studienjahr und ich komme nicht herum über mein letztes Jahr nachzudenken. Ich beschloss Content Strategie zu studieren, da ich in meinem vorherigen Job dringend Struktur benötigte. Damals kämpfte ich mich von einer to do Liste zur nächsten. Die überwältigende Masse an Aufgaben hat mich nachts nicht schlafen lassen. Ich hatte das Gefühl im Sumpf zu stecken und jede kleine Bewegung benötigte die größten Kraftanstrengungen. Im Nachhinein kann ich nicht glauben, wie lange ich unter diesen Umständen gearbeitet und gelebt habe. Rückblickend ist es immer so viel leichter zu erkennen, wie gravierend ich unter Erschöpfungsdepression gelitten habe. Das Studium hat mir erlaubt Bildungskarenz zu beantragen und acht Monate lang, konnte ich mich einer Sache hingeben. Es klingt vielleicht etwas kitschig, aber die inhaltliche Auseinandersetzung und der Austausch mit dir, den anderen Studierenden und ExpertInnen hat mir sehr geholfen. Mein Selbstbewusstsein und Auftreten wurden gestärkt. Mit Ende August habe ich gekündigt und gestern besuchte ich meinen alten Arbeitgeber, um meine Zutrittskarte abzugeben. Beim Herausgehen begegnete ich einer ehemaligen Kollegin, die ganz erstaunt meinte: „Du schaust so jung aus!“ Vor einem Jahr noch hat sich mich 10 Jahre älter geschätzt.

In dem letzten Jahr habe ich mich nicht nur äußerlich verändert. Ich kenne meine Grenzen nun besser und ich schätze mich wert. Wir werden sehen, was das nächste Jahr bringt!

8. THIS IS FOR EVERYONE

Liebe Barbara

In einem deiner Beiträge hast du dich bereits mit Responsives Webdesign auseinander gesetzt. In der Zwischenzeit hatten wir im Rahmen unseres Studiums eine Lehrveranstaltung zu diesem Thema und wir beide haben einiges dazu gelerent, das wir noch sicherlich auf unserem Blog umsetzen können (und werden).

In diesem Blogartikel möchte ich mich jedoch auf die Grundprinzipien des Internets zurück beziehen und dir von meiner Auseinandersetzung mit einer Keynote von Jeremy Keith erzählen.

Happy Birthday, Internet!

Letztes Jahr feierten wir das 30-jährige Jubiläum des Internets. 30 Jahre sind nicht lange und trotzdem können wir uns eine Welt ohne Web nicht mehr vorstellbar. Der Begründer des World Wide Webs, Sir Tim Berners-Lee, betont regelmäßig, dass er diese Welt für alle geschaffen hat.

In der Eröffnungszeremonie der olympischen Sommerspiele 2012 erschien der Satz: von Tim Berners-Lee "This is for everyone".
Das Internet als Geschenk von Tim Berners-Lee. Während der Eröffnungszeremonie der olympischen Sommerspiele 2012 in London erschien dieser Satz.
Foto: Martin Rickett/PA

In der Realität jedoch ist das Internet nicht für alle auf gleiche Weise zugänglich. Für Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen beispielsweise kann sich das Surfen auf diversen Websites als schwierig und herausfordernd erweisen.

Die drei Grundprinzipien des Internets

Auf einer Konferenz für Webentwickler namens „beyond Tellerrand“ wurde Jeremy Keith 2013 eingeladen die erste Keynote zu sprechen. In diesem Talk ruft uns Keith die Grundprinzipien des World Wide Webs in Erinnerung:

  • Die Barriere zum Internetzugang ist niedrig.
  • Jede Person hat die Möglichkeit Inhalte zu veröffentlichen.
  • Man fragt nicht um Erlaubnis (um beispielsweise auf andere Websites zu verlinken).
Jeremy Keith spricht die Eröffnungsrede im Rahmen einer Konferenz.
Jeremy Keith während der ersten Keynote im Rahmen der Konferenz „beyond Tellerrand“ 2013.

Jeremy Keith ist ein fantastischer Geschichtenerzähler und er führt die ZuhörerInnen durch unterschiedliche Anekdoten und Beispiele, die mit einem oder mehreren diese Grundprinzipien verbunden sind.

Internet als Prozess der Demokratisierung

Besonderen Eindruck hat bei mir das Beispiel hinterlassen, welches Keith als „democratising power through technology and web for creativity“ beschreibt. Er verweist auf einen von Ze Frank aufgerufenen Wettbewerb für die hässlichste Myspace Seite (für alle jüngeren LeserInnen: Myspace war/ist ein soziales Netzwerk in Zeiten vor Facebook). Im Rahmen dieses Wettbewerbs hat Ze Frank eine E-Mail erhalten, indem er kritisiert wurde sich über die ErschafferInnen der „hässlichen“ Myspace Seiten lustig zu machen. Seine Antwort ist hörenswert:

  • Wer entscheidet über guten oder schlechten Geschmack?
  • Wer hat das Wissen Dinge zu erstellen?
  • Wer hat die dazu benötigten Ressourcen?

Ze Frank und Jeremy Keith betonen die Hässlichkeit als Experiment für Konsumenten und Konsumentinnen. Das Internet hat die Fähigkeit zu demokratisieren, die Trennung zwischen HerausgeberInnen und VerbraucherInnen aufzuheben.

Mit Fragen der Ausgrenzung und die Problematik der Elitisierung habe ich mich bereits in den letzten Beiträgen beschäftigt: Sprichst du Computer? oder Unsere Sprache – Abbildung unserer Realität? Daher möchte ich mich diesmal einer anderen Perspektive nähern.

Gesetzlosigkeit vs. Standards des Internets

Jeremy Keith fühlt sich in geschlossenen Systemen mit fixen Regeln nicht wohl (zumindest äußert er das im Rahmen seiner Keynote im Video an der Stelle 37:00). Er bevorzugt das offene und damit einhergehend unordentliche System. Ich sehe hier jedoch ein Paradoxon: ein offenes System, indem jeder und jede Websites veröffentlichen können, hat das Problem nicht für alle gleichermaßen zugänglich zu sein. Erst durch Standards und Regeln kann man sicherstellen, dass Websites auch beispielsweise für Menschen mit körperlichen Einschränkungen sichtbar und lesbar sind. Design Guidelines, wie beispielsweise Farbkontrast, Schriftgrößen und ähnlichem ermöglichen es Designers Websites für Menschen zu gestalten, deren Bedürfnisse sie nicht kennen.

„Principle of least powerful“

Im Rahmen unseres Content-Strategie Studiums wären wir im Mai nach London gereist. Leider konnte die Reise aufgrund des Lockdowns von COVID-19 nicht stattfinden und so trafen wir Experten und Expertinnen aus dem Feld online. Unter anderem hatten wir auch die Chance Jeremy Keith kennenzulernen, der uns von der Geschichte des World Wide Webs erzählte. Er hat seinen spannenden Vortrag mit einem Design Prinzip von Tim Berners-Lee beendet: „Principle of least powerful“ – so einfach wie nur möglich zu designen. Auf diese Weise können nicht nur veraltete oder neue Technologien auf die Inhalte zu greifen, die Schwelle zur Publikation ist niedriger. Das Internet wurde nicht als reines Konsum-Medium erfunden, sondern vor allem, um Kollaboration und Zusammenarbeit zu ermöglichen.

Das Internet vergisst nie!?!

Technologien und vor allem das Internet das Phänomen der Schnelllebigkeit unserer Gesellschaft eingeleitet hat. In meiner Tätigkeit als Social Media Managerin wird von mir erwartet, dass ich auf Trends schnell regiere, Kampagnen im Rahmen von Monaten plane und Jahresabschlüsse mache. In welchen Zeitspannen denkst du in Bezug auf das Internet? Wie alt sind die gängigen Seiten, die du besuchst? Was passiert mit Daten, die mehr als zehn Jahre at sind?

Keith ruft in seiner Keynote dazu auf, Projekte in Jahrzehnen zu denken. Er selbst bewegt sich zwischen zwei zeitlichen Extremen. Auf der einen Seite ist die Performance, die sich in Mikrosekunden abspielt und auf der anderen Seite Projekte, die versucht „to contribute in larger whole“. Ich würde meinen, dass Jeremy Keith damit erfolgreich ist. So ist die Keynote, auf die ich in diesem Blogartikel so oft zu sprechen komme, aus dem Jahr 2013. Sieben Jahre in der Welt des Internets sind schon eine nicht zu unterschätzende Zeitspanne. Trotzdem haben seine Gedankenstreifzüge nichts an Aktualität verloren.

Hier ist der gesamte Talk von Jeremy Keith zum Nchhören und Nachschauen 🙂