20. Und schon wieder fast vorbei

Hey Sarah, 

bald ist es schon wieder vorbei – unser vorletztes Semester! Wie geht es dir? Bist du bei deiner Feasibility Studie schon gut vorangekommen?

Für mein Projekt war der eigentliche Plan, eine Customer Journey zu analysieren. Im Zuge der Recherche habe ich aber herausgefunden, dass das Angebot für die Journey noch zu wenig bekannt und ausgefeilt ist. Deshalb musste ich einen Schritt zurück machen und am Angebot und der Plattform feilen. Im Moment bin ich noch am analysieren von qualitativen Interviews. Denn der Schritt zurück bedeutet in diesem Fall auch herauszufinden, was Menschen eigentlich brauchen, was sie sich vorstellen können und wünschen, wenn es ums nachhaltige Online-Einkaufen von Lebensmitteln geht. 

Ich habe mich für Semi-Structured Interviews entschieden. Falls dich der Unterschied zwischen structured, semi-structured und unstructured Interviews interessiert, kann ich dir dieses kurze Erklärvideo von the NNGroup empfehlen:

 

Das, was mir für die Feasibility noch fehlt, ist eine Marktanaylse der Grazer Bevölkerung, um herauszufinden, ob es überhaupt genug interessierte Menschen gibt. Ich bin da schon neugierig… 

 

Außerdem habe ich mal Zeit gefunden und Blogbeiträge von uns Cos19ies gelesen 🙂 Deine kenne ich ja 🙂 

Beim Durchlesen bzw Hören erinnerte ich mich wieder an die Anfänge dieses Semesters und auch an die der vorangegangenen. Manches scheint so lange her zu sein und anderes, als wäre es gestern gewesen … 

… ein Blogpost von Linda über Buyer Personas erinnert mich an die Personas, die ich im Zuge der empirischen Projektarbeit erstellt habe und die mich eine ganze Zeit lang begleited haben.

Julia schreibt in einem ihren letzten Beiträge über ein Motivationstief am Ende des dritten Semesters – da hab ich mich auch wieder gefunden. 

… vom Podcast von Karo und Paul habe ich ein paar Episoden angehört und musste mehrmals mehrfach schmunzeln. Das Insider-Wissen, das die beiden teilen ist allerdings nicht nur lustig. 

… Kerstin gibt auf ihrem Blog mutvoll wie immer ganz ruhig und gelassen Tipps. Zum Beispiel, wie man das Vertrauen der Kund*innen gewinnt und behält. Oder wie man die DNA einer Brand gut definiert. Das sind nicht nur für diese Zeit wertvolle Tipps 🙂

Es gäbe noch so viel mehr zu lesen und lernen von all den Cos19ies 🙂 

Ich hoffe, es geht dir gut, liebe Sarah! Bis morgen und viele Grüße aus Graz <3

19. Menschlichkeit im Community Management

Liebe Sarah,

du hast mich in deinem letzten Artikel gefragt, was ich über Facebookgruppen denke. Ich bin da nicht so aktiv, aber manche finde dennoch hilfreich, manche interessant und informativ. Vor allem wenn es um spezielle Themen geht und Wissen und Tipps ausgetauscht und zur Verfügung gestellt werden. 

Hast du schon mal nachgedacht, wie wir uns trotz Lockdown und Homeoffice dennoch auf eine Art und Weise verbunden und nicht alleine fühlen können? Für mich fühlt es sich manchmal so an, als würden wir gemeinsam ein halbwegs sicheres Netz spinnen. So sind wir virtuell miteinander verbunden, können uns auf dieses Netz verlassen, in Sekundenschnelle mit Freunden per Video austauschen, Inhalte teilen und kommentieren. Wir alle sind Teil von Commuities, zur Zeit mehr online als offline, aber das verbindet uns.

 

Ein Artikel auf cmxhub.com hat mich neugierig gemacht: es ist ein veröffentlichtes Interview mit dem Community Professional of the year 2020, Paras Pundir. Ehrlich gesagt war ich überrascht, dass es dafür einen Award gibt und ebenso, dass der Community Professional of the year aus Indien kommt und auch darüber welche Ratschläge er gibt.

Wie entsteht eine Community und was hält sie zusammen? Wie auch bei erfolgreichen Unternehmen geht es auch in einer erfolgreichen Community um das „WHY“. Menschen kommen zusammen, haben die gleichen Interessen oder wollen etwas verändern oder lernen. Und es geht um ehrliche und aufrichtige Verbindungen: 

„A strong community begins with genuine connections. These authentic links are crucial to building an engaged community, online or offline.“ sagt Paras.

 

Als ein guter Community Builder muss man demnach vor allem „echt sein“ und braucht das Vertrauen der einzelnen Mitglieder sowie der Community als Einheit. Ehrlichkeit (auch sich selbst gegenüber), das Interesse Probleme zu lösen und Empathie gehören zu den Grundsätzen eines Community Proffessionals. Ja, mir ist aufgefallen, dass es in meinen letzten Artikeln häufig um Empathie gegangen ist – ein Zufall für die Zeit in der wir leben und sich vieles virtuell abspielt?

Impact ist das, was Paras jeden Tag antreibt. Denn als Community builder steht er in der ersten Reihe und kann auf Menschen wirken und sie zu etwas befähigen, motivieren und Vorbild sein. Und so entsteht Veränderung. 

„If you are true to the cause that you’re building this community for, you will eventually want to connect with members. You will want to talk to them.“

Da ist es wieder, das „WHY“.

Quelle: https://cmxhub.com/a-conversation-with-paras-pundir-community-professional-of-the-year-2020/Wi

 

18. Facebook Fan Page vs. Gruppe

Liebe Barbara

Seit September arbeite ich für Uniport, dem Karriereservice der Universität Wien als Kommunikation und Social Media Managerin. Die Arbeit macht mir viel Freunde. Uniport kommuniziert hauptsächlich über drei Social Media Kanäle: LinkedIn, Instagram und Facebook. Wie viele kleine bis mittlere Unternehmen habe ich das Problem meine Follower über die Facebook Fan Page zu erreichen. Ich bemühe mich interessante Beiträge zu posten und im Endeffekt sieht sie niemand. Der Facebook Logarithmus lässt es nicht zu, dass diese Beiträge im Newsfeed anderer zu sehen sind. Was kann ich tun?

Ich habe mir folgende Lösung überlegt: neben einer Fan Page, erstelle ich auch eine Facebook Gruppe für Studierende, die sich für Berufseinstieg und Karriere interessieren.

Vorteile und Nachteile

Die Vorteile einer Facebook Gruppe liegen auf der Hand:

  • Sichtbarkeit der Marke
  • Bessere Reichweite
  • Engagement (Nähe und Austausch mit Gruppen Mitgliedern)

Die Nachteile meiner Meinung sind:

  • Herausforderung eine Facebook Gruppe aufzubauen
  • Zeitintensiv durch Moderation und Bemühungen die Gruppe aktiv zu halten

Was nun?

Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass ich nichts zu verlieren habe und daher werde ich mich das nächste halbe Jahr darauf konzentrieren eine Micro-Community in dieser Facebook Gruppe aufzubauen.

Hier ist eine kleine Übersicht, über die unterschiedlichen Auftretungsmöglichkeiten auf Facebook:

  Persönliches Profil Fan Page Gruppe
Von wem genutzt: Privat Business Business sowie Privat
Sichtbarkeit: Unterschiedliche Einstellungen der Privatsphäre Öffentlich Öffentlich, Geschlossen oder Geheim
User Statistik Nein Ja Nein (man kann beim Gruppeneintritt Fragen und Daten erheben)
An eine Nachricht schreiben Ja Nein Ja
Schaltung von Werbeanzeigen Nein Ja Nein
Beiträge Manuell erstellen Geplante Beiträge, Manuelle Beiträge Nur manuell erstellen
User Control Je nachdem wie die Einstellungen sind Gering Hoch, Rechte und Rollen können definiert werden

Hast du Erfahrungen mit Facebook Gruppen?

17. Ein Kauf, eine Reise

Liebe Sarah,

hast du dich schon mal mit Customer Journeys beschäftigt?  Ich möchte die Feasibilty Studie dazu nutzen und tiefer in das Thema eintauchen. Denn ich möchte herauszufinden, wo Lücken in den Online Einkaufsmöglichkeiten von das Gramm sind. Was fehlt Kund:innen? Gibt es Pain Points? Was brauchen Kund:innen, um bewusst und nachhaltig zu konsumieren? Ich denke, dass Aufklärung und Bewusstseinsbildung entlang der Customer Journey Steps dafür wesentlich ist. Aber stimmt das wirklich? 

Vera Brannen von usablebrands hat in ihrem Workshop erzählt, dass die Darstellung dieser Journeys diese Vorteile mit sich bringt:

  • Man kann sich besser in die Kund:innen hineinfühlen: sie schaffen Empathie
  • Visualisierte Customer Journeys ermögliche es, das Big Picture zu sehen
  • Content-Silos werden erkannt
  • Neue Chancen könnten erkannt, Probleme behoben und Steps verbessert werden
  • Werte können kommuniziert werden

Empathie für Kund:innen ist ein Vorteil von der Erbarbeitung von Customer Journeys

Für die Datengewinnung möchte ich qualitative Interviews mit Kund:innen aber auch zufällig gewählten Personen führen und mit Daten aus Webanalysetools arbeiten. Die bereits vorhandenen Personas werden dadurch erweitert/verbessert. Für jede Persona soll eine  Customer Journeys entstehen, die anschließend visualiert werden. Irene Michl schreibt in Think Content, dass in einer Studie von Econsultancy 83% der Befragten angaben, dass die Darstellung der Customer Journey dabei hilft, Schwachstellen zu identifizieren. Das gesamte Kundenerlebnis wird durch die Darstellung besser verstanden und kann verbessert werden. Sollte durch die qulitativen Interviews auch ersichtlich werden, dass Bewusstseinsbildung ein entscheidendes Kaufkriterium ist (oder vl auch vom Kauf abhält, da bereits vorhanden), können die unterschiedlichen Journey Steps mit Informationen gestaltet werden. 

Wie wir auch bei Doris Eichmeier gehört haben, gestalten sich Kund:innen ihre Journeys selbst. Sei es über die Website, Social Media oder durchs Vorbeispazieren an Geschäften – durch unterschiedliche Touchpoints betreten sie quasi die Online-Verkaufsfläche. Auch Content nach einem Kauf ist wichtig, damit Kund:innen an das Unternehmen gebunden werden und wiederkommen. Als Tool hat sie uns das Content Sonnensystem mit den fünf Kernbereichen erklärt:

Content-Sonnensystem

Content Sonnensystem von Doris Eichmeier

Irene Michl empfiehlt in ihrem Buch „Think Content“, die Customer Journey in drei Bereiche zu gliedern: 
1. vor dem Kauf
2. während dem Kauf
3. nach dem Kauf

Vor allem aber zählt, wie sich Kund:innen bei diesen einzelnen Steps fühlen.

Wie sich Kund:innen bei den einzelnen Journey Steps fühlen ist wesentlich bei der Recherche

Falls du auf der Suche nach praktischen Tipps bist, empfehle ich dir dieses Video von Adobe: How to map a real customer journe

Und Sarah, wir haben ja im Studium schon öfter mit den verschiedenen Vorlagen von miro gearbeitet. Du hast sicher schon gesehen, dass es da auch praktische Vorlagen für das Erstellen von Customer Journeys gibt!
Achja: Happy new year! Hoffentlich sehen wir uns in 2021 alle wieder.

16. Reflection in Action

Liebe Sarah,

deine Schreibreflexion über deine doch überlegte und strukturierte Arbeitsweise beim Erstellen von Blogposts beeindruckt mich. Vielleicht sollte ich eine dieser Methoden mal anwenden, denn wie du merkst, dauert es bei mir meist länger, bis ein neuer Beitrag online ist. Warum? Darüber schreibe ich in diesem Blogpost.

Schreiben ist für mich mit Hindernissen verbunden. Der Prozess läuft meistens so ab: Ich überlege, über was ich schreiben kann und versuche daraus auch einen Nutzen zu ziehen – für die Arbeit oder unser Studium. Ein Thema, eine Idee, habe ich recht schnell im Kopf. Mir ist es wichtig, dass ich daran interessiert bin. Denn dann möchte ich recherchieren, neue Erkentnisse und Zusammenhänge finden. Und vor allem darüber nachdenken. Aber eigentlich nicht darüber schreiben. 

Warum? Es gibt so viele Informationen im Internet aber auch in Magazinen und Büchern. Warum soll auch ich meinen Gedanken als Studierende freien Lauf lassen? Ich denke, dass ich weder genug Erfahrung noch ausreichend theoretisches Wissen habe, um meine Meinung zu veröffentlichen. Im Internet, offen zugänglich.

Vielleicht ist das eine Sache der Persönlichkeit. Oder ich vermeide die Arbeit. Denn hinter einem gut recherchierten und gut geschriebenen Beitrag steckt viel davon. Und es dauert. Das ist das nächste Hinderniss: Der Mangel an Zeit. Ein Blogpost braucht Zeit:

  • zum Recherchieren
  • zum Sortieren und Strukturieren
  • zum Ausdenken von Geschichten
  • zum Schreiben
  • zum Veröffentlichen

Und dann gibt es da noch die Ablenkung, die vor allem beim Recherchieren im Internet ein Hinderniss sein kann. Kennst du das? Du liest einen spannenden Beitrag und hast auch schon weitere in Aritkel in Tabs geöffnet. Doch irgendeine Notification poppt auf. Du möchtest nur kurz schauen und erkennst erst nach einiger Zeit, dass du noch immer nur kurz schaust. Auf irgendetwas anderes. Die Nachricht hast du längst vergessen. 

Manchmal komme ich in den Flow. Der braucht aber Anlauf, oder Sprungkraft und muss so manchen Schranken überwinden. Oder nennen wir es: das nächste Hinderniss. Das leere weiße Blatt Papier, das du auch kennst. In dieser Phase, nachdem die Idee für ok genug befunden wurde, die Struktur im Kopf steht und auch recherchiert wurde braucht es, bis ich ins Schreiben komme. Wenn ich dort erstmal angekommen bin, wenn ich wirklich schreibe, geht es recht gut. Und wenn ein Blogpost tatsächlich den Weg in ins Internet gefunden hat, freue ich mich sogar. Vielleicht muss ich mich an dieses Gefühl öfter erinnern. Oder ich versuche es mit einer deiner Methoden und mache eine Mindmap mit Farben. Oder ich beginne einfach zu schreiben…

Liebe Sarah, jetzt weißt du, warum ich manchmal etwas länger brauche. Danke für deine Geduld 🙂

15. Schreibreflexion

Liebe Barbara

Ich habe schon länger nichts mehr von dir gelesen! Was beschäftigt dich gerade? In der Zwischenzeit haben sich einige Artikel auf unserem Blog gesammelt und ich möchte an dieser Stelle reflektieren, wie es für mich ist zu schreiben.

Refection-in-action

Jupidu hat uns im Rahmen des Content Strategie Studiums hat uns den Begriff „reflection-in-action“ näher gebracht. Zusammengefasst geht es bei dieser Methode darum, dir selbst beim Schreiben über die Schulter zu schauen und dich zu fragen:

  • Was denkst du, wenn du die ersten Wörter schreibst?
  • Was sind die ersten Wörter? (Titel, Fußnoten,…?)
  • Hast du den gesamten Text im Kopf, wenn du anfängst zu schreiben?
  • Was fällt dir leicht? Was ist schwierig? Was braucht viel Zeit?
  • Wie fühlst du dich beim Schreiben?

Für mich fallen die Antworten unterschiedlich aus, je nachdem was für Texte ich verfasse. Für wissenschaftliche Projekte beginne ich am liebsten mit einem leeren, weißen Papier und einem Stift. Ich notiere Fragestellungen, Aspekte, Methoden, Arbeitsbereiche, Theorien und verbinde sie farblich. Auf diese Weise entsteht ein Mindmap. Diese Methode hilft mir meine chaotischen Gedanken zu ordnen und einen roten Faden zu entdecken.

Ich schreibe prinzipiell gerne mit der Hand. Seit ich 15 bin halte ich Kalender. Der Kalender dient nicht nur meine Termine in Überblick zu behalten, sondern vor allem als Erinnerungstool. Neben kurzen Textpassagen sind darin vor allem Bilder, Fotos, Tickets, Menükarten, Sketches uvm.

Contentlog.work

Unser Blog contenlog.work, liebe Barbara, ist für mich ein kreatives Notizbuch. Ähnlich wie mein Kalender dient es vor allem als Erinnerungs- und Austauschtool zu Themen, die mich im Rahmen meines Studiums und Berufs beschäftigen. Auf diese Weise kann ich diese Themen festhalten und mit anderen teilen möchte. Anders als bei wissenschaftlichen Artikel habe ich eine kreativere, freiere Zugangsweise. Ich fange einfach an zu schreiben. Der Aufbau (Anfang, Mitte und Schluss des Blogartikels) liegt vollkommen im Dunkeln.  

Einfach los schreiben

Wer kennt sie nicht? Schreibblockaden oder die Angst vor dem weißen Papier? Besonders vor größeren Schreibprojekten, weiß man oft nicht, wie mang beginnen sollen. Vor diesem Problem stand bei meiner Diplomarbeit. Ich habe damals den folgenden Tipp erhalten, den ich an dieser Stelle weitergeben möchte:

Fang an zu schreiben – den ersten Gedanken. Es ist vollkommen irrelevant, wie unsinnig dieser Gedanke auf Papier ausschaut. Und dann schreibe den nächsten Gedanken auf. Zensiere dich nicht selbst. Diese Übung hilft dabei in den Schreibfluss zu kommen. Der Inhalt ist dabei nicht wichtig.

Ich muss zugeben, dass ich diese Technik auch bei meinen Blogartikel anwende. Vielleicht sollte ich das nicht zugeben, als Studentin des Content Strategie Lehrgangs? Ich schreibe hier vor allem für mich, und dich , liebe Barbara. Alle anderen Texte, die ich verfasse, richten sich an eine spezifische Leser*inneschaft.

Tagebuch schreiben: 7 gute Gründe + 8 Tipps zum Durchstarten

Wie ist der Schreibprozess bei meinen Studienkolleg*innen?

Wie läuft das bei dir, liebe Barbara?

13. Ein Blick ins Content Marketing

Liebe Sarah,

gespannt habe ich deinen Blog-Beitrag „Contentstrategie vs Contentmarketing“ gelesen. Denn auch ich musste für die Einführungslecture Content Marketing einen Beitrag verfassen. 

Da ich wenig Erfahrung mit Marketing habe, ist es für mich immer wieder interessant zu sehen, was es alles gibt.  Persönlich konnte ich in den letzten Jahren ein subjektives Gefühl der Ablehnung, Abneigung von aufdringlichen Marketingkampagnen, “Marktschreiern” beobachten. Speziell Anzeigen im Internet nehme ich oft gar nicht wahr. Im Zuge der Recherche habe ich entdeckt, dass es dafür sogar einen Begriff gibt: “Bannerblindheit”. Kennst du das auch? Deshalb finde ich aus aktueller sicht Content Marketing interessant, denn laut Definition vom Begründer Joe Pulizzi, steht der Inhalt klar im Vordergrund:

“Content Marketing is a strategic marketing approach focused on creating and distributing valuable, relevant, and constant content to attract and retain a clearly-defined audience – and, ultimately, to drive profitable customer action.”

Pulizzi, Joe: Epic Content Marketing: How to Tell a Different Story, Break through the Clutter, & Win More Customers by Marketing Less – datenschmutz.blog | Ritchie Pettauer

Klar definierten Usern werden also konkrete Lösungen und Hilfestellungen in Bezug auf bestimmte Probleme geboten. Dabei stehen die Anliegen der User klar im Vordergrund und nicht die Produkte.

Content-Marketing hat für unterschiedliche Bereiche aber eine unterschiedliche Bedeutung: 

  • aus SEO Perspektive dient es vor allem das Ranking zu in Suchmaschinen zu verbessern
  • für Public Relations liegt der Fokus auf Beziehungsaufbau mit der Öffentlichkeit
  • in Bezug auf Branding wird das Image der Marke gestärkt 
  • für E-Commerce Unternehmen geht es um das Verkaufen von Produkten

Content Marketing ist also nicht gleich Content Marketing.

red market sign

Bei meiner Recherche bin ich außerdem häufig auf die Begriffe Inbound Marketing und Marketing Automatisation gestoßen. Ich bin gespannt, ob wir im Zuge der Lehrveranstaltung mehr darüber erfahren und auch lernen, wie man Content Marketing erfolgreich umsetzt – vielleicht sogar automatisiert? Ist das wirklich möglich? Und wann sind wir als User auch damit gesättigt? 

Wie wir dann in der Lecture mit Heinz Wittenbrink gehört haben, gibt es wieder Tendenzen weg vom Content Marketing zu gehen. Klassisches Marketing wird zum Beispiel von Coca Cola wieder öfter eingesetzt .

Wie stehst du zu Marketing liebe Sarah?

Bis bald, Barbara

https://blog.hubspot.de/marketing/content-marketing-grundlagen

https://content-marketing.com/marketing-im-wandel-der-zeit/

11. Brauchst du das wirklich?

Liebe Sarah,
ja, die Zeit vergeht so schnell – die Hälfte ist wirklich schon vorbei! Unser Dialog hier ist auch für mich sehr wertvoll. Ich denke, dass das Gefühl der #studiensamkeit schon mit der Pandemie zusammenhängt und auch damit, dass so viele von uns nebenher arbeiten und einfach wenig Zeit haben. Ich bin meistens froh, alles unter einen Hut zu bringen und oft fehlt mir die Energie für neue Kontakte (nicht nur im Studium). Vielleicht ändert sich ja etwas im kommenden Jahr, denn ich bin nun in Bildungsteilzeit 🙂

Zur Zeit schreibe ich noch an der zweiten Projektarbeit. Ich versuche herauszufinden, wie und warum Menschen Lebensmittel kaufen, welche Informationen sie möchten und auf welche Aspekte sie Wert legen. Die Hypothese lautet, dass Menschen eher dazu neigen, in lokalen Geschäften regionale, fair und nachhalig produzierte Produkte kaufen, wenn sie genug über die Hintergründe der Lebensmittelproduktion wissen. Das Ziel dieser Projektarbeit ist eine Marktrecherche und die Identifikation von Buyer Personas.

Doch was muss man genau machen, um Buyer Personas zu identifizieren?

Wie Adele Revella in \"Buyer Personas\" schreibt, reichen nur demographische Profile von Kund*innen nicht aus. Storys und Faktoren, die Kaufentscheidungen der Kund*innen beeinflussen, geben mehr Einblicke in das Einkaufsverhalten. Deshalb ist es wichtig, dass eine Buyer Persona aus beiden Teilen besteht:

Ich bin gespannt, ob sich diese Vermutung am Ende meiner Projektarbeit in den Kaufentscheidungen der identifizierten Personas wiederspiegelt: Je mehr Menschen über die Hintergründe der Lebensmittelproduktion, Beschäftigungsverhältnisse und Transportwege wissen, desto eher kaufen sie regionale und fair produzierte Produkte - auch wenn sie dafür ein klein wenig mehr ausgeben müssen. Ich denke, es ist ein interessantes, aber auch sensibles Thema.

Das Ergebnis kannst du dann in meiner Projekarbeit nachlesen 😉 Mit welchem Thema hast du dich in deiner zweiten Projektarbeit befasst und wie ist es dir dabei ergangen?

Ich freue mich, dich und die anderen im Oktober wieder zu sehen:)

Bis bald, Barbara

10. Halbzeit

Ein kleines persönliches Resümee über das letzte Jahr

Liebe Barbara

Unglaublich, aber wahr! Wir haben bereits die Hälfte unseres Studiums geschafft!

Was waren bisher deine Highlights und Herausforderungen?

Ich muss zugeben, dass bei mir noch immer eine Enttäuschung nachwirkt, dass unsere Exkursion nach London ausgefallen ist – nicht so sehr wegen dem inhaltlichen Programm, sondern der gemeinsamen Zeit als Studiengruppe. Bedauerlicherweise habe ich das Gefühl, dass sich in unserem Studienjahrgang keine wirkliche gemeinschaftlichen Dynamik bilden konnte. Wie siehst du das? Jeder und jede versucht so schnell wie möglich abzuschließen. Ich kann auch nicht beurteilen, ob du die Schuld allein der gesamten Pandemie zugesprochen werden kann, ob es an uns liegt oder an der Studienstruktur. Bei mir ist ein Gefühl der #studiensamkeit aufgekommen. Ich bin daher sehr dankbar für unseren kleinen Austausch und unser gemeinsames Projekt contentlog.work

Nächste Woche beginnt das zweite und letzte Studienjahr und ich komme nicht herum über mein letztes Jahr nachzudenken. Ich beschloss Content Strategie zu studieren, da ich in meinem vorherigen Job dringend Struktur benötigte. Damals kämpfte ich mich von einer to do Liste zur nächsten. Die überwältigende Masse an Aufgaben hat mich nachts nicht schlafen lassen. Ich hatte das Gefühl im Sumpf zu stecken und jede kleine Bewegung benötigte die größten Kraftanstrengungen. Im Nachhinein kann ich nicht glauben, wie lange ich unter diesen Umständen gearbeitet und gelebt habe. Rückblickend ist es immer so viel leichter zu erkennen, wie gravierend ich unter Erschöpfungsdepression gelitten habe. Das Studium hat mir erlaubt Bildungskarenz zu beantragen und acht Monate lang, konnte ich mich einer Sache hingeben. Es klingt vielleicht etwas kitschig, aber die inhaltliche Auseinandersetzung und der Austausch mit dir, den anderen Studierenden und ExpertInnen hat mir sehr geholfen. Mein Selbstbewusstsein und Auftreten wurden gestärkt. Mit Ende August habe ich gekündigt und gestern besuchte ich meinen alten Arbeitgeber, um meine Zutrittskarte abzugeben. Beim Herausgehen begegnete ich einer ehemaligen Kollegin, die ganz erstaunt meinte: „Du schaust so jung aus!“ Vor einem Jahr noch hat sich mich 10 Jahre älter geschätzt.

In dem letzten Jahr habe ich mich nicht nur äußerlich verändert. Ich kenne meine Grenzen nun besser und ich schätze mich wert. Wir werden sehen, was das nächste Jahr bringt!

6. Wie siehst du das?

Liebe Sarah, 

meine Antwort war schon lange in meinem Kopf, hat den Weg zu dir aber erst jetzt gefunden. Erst vor kurzem hörte ich ein Interview mit Kübra Gümusay und war beeindruckt, denn noch nie hatte ich in dieser Weise über unsere Sprache nachgedacht. Umso mehr freute ich mich über deinen Beitrag 🙂 Und dieser wiederum macht mich neugierig, mehr zu diesem Thema zu erfahren und zu lesen. 

Mein Beitrag befasst sich mit etwas Verwandtem – mental models. Kannst du dich erinnern? Wir haben in diesem Semester sowohl in Information Architecture als auch in UX Design darüber gesprochen. Und da ich mich in meiner zweiten Projektarbeit unter anderem mit einem Prototypen beschäftigen werde, habe ich ein bisschen zu diesem Thema recherchiert.

eine einfache Illustration zeigt einen offenen Kopf und eine Sprechblase: wow, I never knew!
dieses Bild kommt von Haikal Lim, veröffentlicht auf uxplanet.org

„A mental model is a set of beliefs about how a system works and how people interact with that system based on their beliefs.“

Cipan, V. UX Passion

Ein mental model ist die individuelle gedankliche Abbildung der Realität basierend auf unseren Erfahrungen und Gelerntem. Wie jeder Mensch denkt, dass etwas funktioniert: zum Beispiel eine App oder ein System. Unsere Handlungen und Entscheidungen beruhen darauf und wir sind ständig am vergleichen unserer mental models mit der Realität. Wenn sich etwas nicht so verhält, wie annehmen, sind wir verwirrt.

Für das Gestalten von Websiten, Apps oder für das Aufbereiten von Informationen für User, sind wir die Übersetzer: Wir machen verständlich, was die Technik im Hintergrund braucht oder macht, um zum gewünschten Ergebnis zu kommen. Wenn es sich dabei um neue Informationen oder Anwendungen handelt, ist es sinnvoll, diese zuerst in bekannte Systeme zu platzieren. Ein Beispiel dafür ist der Desktop auf deinem Computer: Dir ist bestimmt schon einmal aufgefallen, dass hier lauter Worte wie in einem Büro verwendet werden: Ordner, Datei, Papierkorb. Bekannte Begriffe also, um die Bedienung von Computern verständlich zu machen – denn als diese eingeführt wurden, wusste das niemand.

Symbole wie im Büro, webdesignerdepot.com

Bevor du so etwas machst, solltest du jedenfalls so gut wie möglich wissen, was und wie deine Zielgruppe denkt.

“Our bodies and brains are developed to prefer environments in which we don’t have to think so hard about what we’re doing.”

Andrew Hinton, Understanding Context 

Solltest du User von einer neuen Art der Bedienung überzeugen wollen, ist es wichtig, dass du genau erklärst und zeigst, wie diese funktioniert. Feedback ist also untentbehrlich. Vor allem musst aber davon überzeugen, dass dein Vorschlag viel besser ist, als bereits Bekannte ;-). Das ist gar nicht so einfach, denn mental models, auf die wir uns schon lange verlassen können, verändern wir nicht so einfach.

In meiner zweiten Projektarbeit muss ich auf gleich zwei mental models Rücksicht nehmen: Wir möchten unsere Kunden und Kundinnen im das Gramm in digitaler und interaktiver Form über den wahren Wert von Lebensmitteln informieren. Einerseits möchten wir damit deren mental model in Bezug auf den Lebensmittelhandel beeinflussen, andererseits das in Bezug der Aufbereitung der Infos für das Smartphone. Ich werde in diesem Beitrag nicht näher darauf eingehen, denn es würde den Rahmen sprengen 🙂

Nun gut, ich freue mich, wieder von dir zu lesen 🙂

Barbara

https://www.spektrum.de/lexikon/psychologie/mentale-modelle/9560