28. Im Steilhang

Liebe Sarah,

das ist wohl auch mein letzter Beitrag den ich hier schreibe. Denn es ist wirklich wahr: unser Studium Content Strategie neigt sich dem Ende zu. Alles, was ich nach diesem Blogpost noch machen muss ist, die Masterarbeit fertig schreiben. Dieses Vorhaben könnte man mit dem Erklimmen eines Berges vergleichen. Der Aufstieg ist seit Beginn des Studiums geplant. Wir sollten also gut darauf vorbereitet sein. Lass’ uns nochmals zurückblicken.

photography of a mountain during day time

Die Grundausrüstung

Im Zuge der vergangenen Semester haben uns Lehrende ihre Vorgehensweisen und Methoden in der Theorie erklärt. Zu den Basics in dieser Phase zählt der Content Audit. Zusätzlich kann eine Competetor Analyse oder eine Case Study für das Planen der Besteigung, der Entwicklung einer Content Strategie, als Basis dienen. Auch die technischen Rahmenbedingung im Hintergrund für eine erfolgreiche Anwendung der Content Strategie gehören zur Grundausrüstung und müssen in dieser frühen Phase definiert werden. Da wie beim Wetter auch die verschiedenen äußere Einflüsse auf die Content Strategie nicht immer planbar sind, sollte das technische Setup so ausgelegt sein, dass man gegebenenfalls auf Änderungen reagieren kann.

Planung

Concept first, surface after

Für eine erfolgreiche Content Strategie ist das die Zeit, um in Recherche zu investieren und die User so gut es geht Kennenzulernen. Verschiedene Methoden, wie User Interviews, Umfragen oder Web- und Social Media Analysen können dabei helfen. Es gilt herauszufinden, wie die User ticken, was sie erreichen möchten und wo es für sie schmerzt und unangenhem ist. Wenn wir an unsere Wanderung denken, gilt es sich darauf zu fokussieren, Blasen an den Füßen nicht einfach mit einem Pflaster zu heilen. Die Route und das Equipement sollten so konzipiert sein, dass Blasen gar nicht erst entstehen. Dabei helfen Fragen wie: Wie lange soll der Weg dauern? Was ist das gewünschte Ziel? Die Ergebnisse der Recherche können in Form von Personas oder Mental Models dargestellt werden. Auch Stakeholder und Expert:innen sollten in dieser Phase miteinbezogen werden, denn diese haben oft einen ganz anderen Blickwinkel und Erfahrungen in Bezug auf das Vorhaben.

two person walking towards mountain covered with snow

Im Basislager

Die richtigen Entscheidungen treffen

Es loht sich früh direkt an den Ort des Geschehens zu reisen und das Vorhaben zu prüfen. In Bezug auf Content Strategy ist eine Feasibility Studie eine Möglichkeit. Ist das Vorhaben wirklich machbar? Lohnt sich das Investment? Gibt es genug Ressourcen? Man ist vor Ort, schleicht um den Berg herum, prüft die ausgehekte Route, generiert Ideen für Anknüpfungsmöglichkeiten, Teamarbeit und Zwischenlager. Wir haben gelernt, welche Methoden in dieser Phase brauchbar sind, diese kommen ganz auf die Art des Projektes an. Es können Customer Journeys, Empathie Maps oder SEO Analysen sein. Es geht darum, die richtige Entscheidung für den Aufstieg zu treffen: welche Methode führt zum gewünschten Ergebnis? Welcher Weg ist der beste? Welche Elemente einer Content Strategie muss ich wann und nutzen damit das Ziel erreicht wird? 

Am Steilhang

Fokus auf Performance

In dieser Phase heißt es, den Plan auszuführen. Die gewählten Methoden umsetzen und ins Tun kommen. Je nach geplantem Ziel stehen auch hier in der Content Strategie unterschiedliche Methoden zur Verfügung. In meinem Fall verwende ich User Tests, Customer- und Empathy Journey Mapping, Content Modelling und ein Concept Statement. Und hier stehe ich momentan: Im Steilhang meiner Masterarbeit. Zur Zeit habe ich einen Schritt zurück gemacht, um mich gut für die letzte Anstrengung vorzubereiten. Noch kann ich den Gipfel nicht sehen und ich werde meinen persönlich geplanten zeitlichen Rahmen wohl etwas überziehen.

Am Ziel

Durchatmen und Ausschau halten

Wenn das Ziel erreicht ist, heißt es rasten, loslassen, das Ergebnis aus der Ferne betrachten. Auch dazu gibt es Methoden im Feld der Content Strategie: zum Beispiel Monitoring von Websiten und Social Media Accounts oder auch User Tests. Mit diesen Methoden können die Inhalte getestet und  überprüft werden, ob sie angenommen werden und ob die entwickelte Strategie erfolgreich ist. Oder ob es Änderungen bedarf.

Abstieg und Regeneration

Auf diese Phase freue ich mich besonders. Denn auch wie du, bin ich sehr erschöpft von den letzten Jahren durch unser Studium an der FH Joanneum. Ich hoffe, wir treffen uns bald wieder in Wien oder in Graz!

Liebe Sarah, auch ich habe mich durch unseren Dialog geklickt und über unseren vielseitigen Austausch gefreut. Es war schön mit dir, obwohl auch mir der persönliche Austausch sehr gefehlt hat. Vielen Dank für diesen Dialog auf diesem Content Logbuch <3

Viele Grüße, 

Barbara

27. Ich weiß, dass ich nichts weiß!

Liebe Barbara, nun ist das Studium fast zu Ende und es ist die Zeit gekommen meinen letzten „Blogbrief“ an dich und alle anderen Mitleser*innen zu schreiben!

Meine Intention mit dem Studium war sich im Bereich des Content Marketings zu professionalisieren, eine Expertise auf einem Gebiet zu gelangen und diese auch gegenüber anderen Stakeholder zu verteidigen! Das ist mir auch gelungen! In meinem Job werde ich geschätzt und meine Meinung wird gehört! Das ist die gute Seite!

Auf der anderen Seite komme ich mir wie eine Novizin vor. Während des Studiums haben wir in viele Bereiche Einblicke gewonnen. Mir sind die Lücken meines Wissens nun viel mehr bewusst, als zu Beginn meines Studiums. Um es in den Worten von Sokrates zu sagen:

Ich weiß, dass ich nichts weiß!

Sokrates

Jobs: viele offene Türen & Möglichkeiten

In einem Report des World Economic Forums werden die “Jobs der Zukunft“ aufgelistet. Auf Platz 4 findet sich „Digital Marketing & Strategist Specialist“.

Wenn man die gängigen Jobbörse durchstöbert, merkt man sehr schnell, es mangelt nicht an Jobmöglichkeiten für COS Absolvent*innen! Trotzdem habe ich im Moment nicht das Gefühl mich für viele Jobs zu qualifizieren. Der Grund dafür liegt sicherlich in der fehlenden Spezialisierung – ähnlich wie nach einer AHS-Matura.

Fehlender PERSÖNLICHER Austausch

Ich vermisse den persönlichen Austausch mit meinen Studienkolleg*innen und Vortragenden. Obwohl die Präsenzwochen und -tage sehr anstrengend waren, haben sie mir immer wieder meine Stärken vor Augen führt: meine besten Ideen, meine Inspiration und Motivation erhalte ich durch den Austausch im Studium. Das fehlt mir ganz besonders jetzt bei den Vorbereitungen meiner Masterarbeit auf. Ich habe am konstruktivsten nach Präsenzwochen an meinen Projektarbeiten gearbeitet. Durch Gespräche und Diskussionen sah ich Problemfelder viel klarer und wusste, wie ich diese mit den Methoden analysieren und eventuell lösen könnte. Im Moment stehe ich vor meiner Masterarbeit und ich weiß nicht, wie und wo ich anfangen sollen. Es wird auch nicht besser, je länger ich mich alleine mit der Masterarbeit beschäftige.

Wie ist das bei dir, liebe Barbara? Freust du dich auf den Studienabschluss?

Meine Reflexion zusammengefasst

Ich bin dankbar, dass ich am COS Studium teilnehmen durfte. Mein Netzwerk ist enorm gewachsen: ich habe Freunde gewonnen und durfte Kontakte zu Expert*innen auf dem Feld der Content Strategie knüpfen.

Ich habe viele Tools, Methoden und Zugänge zu Literatur kennengelernt, auf die ich außerhalb des Studiums keinen Zugang hätte. Deshalb ist mir auch bewusst, dass ich auch nicht über alles bestens Bescheid wissen muss. Ich weiß, wo ich Informationen und Expertise finde, wenn ich sie zu einem speziellen Thema benötige.

Content Log – wie geht es weiter mit dem Portfolio?

Es erfüllt mich Freude durch die Beitrage unseres gemeinsamen Blogs zu klicken! Liebe Barbara, wir haben uns zu so vielen Themen ausgetauscht und anhand unseres Blogs sieht man auch, wie vielfältig das Studium Content Strategie ist.

Vorerst wird das jedoch mein letzter Blogeintrag sein. Ich werde den Sommer nutzen um Energie zu tanken um den letzten Teil des Studiums – die Masterarbeit – zu überstehen. Wie tanke ich Energie? Ich verreise! Vor der nächsten Corona Welle und Lockdown möchte ich die österreichischen Grenzen verlassen und die größere Welt genießen.

Ich hoffe durch meine Reisen nicht nur Energie zu tanken, sondern auch wieder meine Lust und Neugier nach Content Strategie Inhalten zu finden. Ich muss gestehen, dass ich im Moment etwas erschöpft bin und ich mich darauf freue mich von Arbeit und Studium zu distanzieren – und das auch räumlich! Daher verabschiede ich mich an dieser Stelle und hoffe, dass wir uns bald mal wieder persönlich sehen 🙂

26. gather.town setup

Liebe Sarah,

unser letztes Semester ist wie im Flug vergangen. So schnell, dass ich diesen Blogartikel auch etwas verspätet ist. Ich möchte dir hier schreiben, wie es mir mit der Gestaltung von gather.town für unser letztes Barcamp gegangen ist.

 

Eine Stadt zum Treffen

gather.town ist eine Software, die virtuelle Konferenzen, Festival oder Camps ermöglicht. Mit einem Avatar navigieren und bewegen sich die Besucher:innen durch die Räume. Sobald sich zwei oder mehrere Personen näher kommen, erklingt der Ton und die Kamera schaltet sich ein. Man begegnet sich beinah so, wie man es abseits der Bildschirme macht.  

Falls du nochmals durch die Räume vom Barcamp21 spazieren möchtest – das Setup ist noch online. Und so hat es im Backend ausgesehen: 

 

Bevor der virtuelle Konferenzraum direkt in gather.town gestaltet werden konnte, wurde im Barcamp21-Team folgendes festgelegt:

Für das Barcamp21 braucht es: 

 

  • sechs einzelne Räume mit schalldichten Wänden
  • einen Meetingpunkt für das Opening und Closing
  • zwei separate Meetingpoints mit privater Diskussionsmöglichkeit 
  • genügend Platz und Bewegungsmöglichkeiten für etwa 200 Personen 
 
Nach zwei Stunden hatte ich mich in die Software eingearbeitet und die einzelnen Möglichkeiten verstanden und Elemente erkundet. gather.town begann mir Spaß zu machen. 

 

Die Möglichkeiten zusammengefasst:

Grundsätzlich kannst du alles selbst gestalten, also auch den Raumaufbau. Dazu musst musst aber wirklich viel Zeit investieren und dich intensiv mit gather.town beschäftigen. Für das Coscamp21 haben wir ein fertig gebautes Template verwendet und dieses entsprechend adaptiert. 

Der Hintergrund ist ein zweidimensionales Bild im jpg-Format, das einfach mit Photoshop entsprechend bearbeitet werden kann. Das folgende Bild zeigt dir genau den Hintergrund für unser Coscamp: Die Zahlen in den Räumen sowie die Logos wurden mit Photoshop hinzugefügt.  

Die Zahlen dienen als Orientierung und Leitsystem und sind deshalb so groß und markant, um gut lesbar zu sein.

 

Auf diesen 2D Hintergrund können in der Webaplikation gather.town  unterschiedliche Elemente ausgewählt und platziert werden. Die Auswahl ist ziemlich groß: es gibt unterschiedliche statische Elemente wie Sitz- und Liegemöglichkeiten, Barelemente, Getränke, Essen, Blumen,… Auch interaktive Elemente können ausgewählt und platziert werden, wie Beamer, Whiteboards oder Jukeboxen. Wie viele interaktive Elemente verwendet werden können, hängt vom Zahlungsmodell ab. Zusätzlich muss jeder Raum als abgegrenzter Raum mit Wänden genau definiert werden – ebenso alle Flächen, die für private Gespräche genutzt werden können. 

 

Dieses Bild zeigt die Bar, sowie das Menü. Hier kann man den Modus zwischen Einstellungen, Builder, Calender, Chat und Teilnehmer welchseln. 

 

 

Hier ist die Rooftop-Bar zu sehen, die noch als zusätzlicher Raum eingebaut wurde. Teilnehmer:innen konnten sich hier auch privat und ungesehen unterhalten. 

 

Eine gut besuchte Session in Raum 5 🙂  

 

 

Diese Blogbeiträge berichten ebenfalls davon:

Content Strategy Camp 2021 #coscamp2021

victoriahufnagl.com/tag/gather-town/

https://ayla-kusuran.jimdofree.com/gather.town-online-events/

Warst du beim Barcamp dabei? Wie hat es dir gefallen? 

Bis bald! – vielleicht sogar wieder in Wien 🙂