10. Halbzeit

Ein kleines persönliches Resümee über das letzte Jahr

Liebe Barbara

Unglaublich, aber wahr! Wir haben bereits die Hälfte unseres Studiums geschafft!

Was waren bisher deine Highlights und Herausforderungen?

Ich muss zugeben, dass bei mir noch immer eine Enttäuschung nachwirkt, dass unsere Exkursion nach London ausgefallen ist – nicht so sehr wegen dem inhaltlichen Programm, sondern der gemeinsamen Zeit als Studiengruppe. Bedauerlicherweise habe ich das Gefühl, dass sich in unserem Studienjahrgang keine wirkliche gemeinschaftlichen Dynamik bilden konnte. Wie siehst du das? Jeder und jede versucht so schnell wie möglich abzuschließen. Ich kann auch nicht beurteilen, ob du die Schuld allein der gesamten Pandemie zugesprochen werden kann, ob es an uns liegt oder an der Studienstruktur. Bei mir ist ein Gefühl der #studiensamkeit aufgekommen. Ich bin daher sehr dankbar für unseren kleinen Austausch und unser gemeinsames Projekt contentlog.work

Nächste Woche beginnt das zweite und letzte Studienjahr und ich komme nicht herum über mein letztes Jahr nachzudenken. Ich beschloss Content Strategie zu studieren, da ich in meinem vorherigen Job dringend Struktur benötigte. Damals kämpfte ich mich von einer to do Liste zur nächsten. Die überwältigende Masse an Aufgaben hat mich nachts nicht schlafen lassen. Ich hatte das Gefühl im Sumpf zu stecken und jede kleine Bewegung benötigte die größten Kraftanstrengungen. Im Nachhinein kann ich nicht glauben, wie lange ich unter diesen Umständen gearbeitet und gelebt habe. Rückblickend ist es immer so viel leichter zu erkennen, wie gravierend ich unter Erschöpfungsdepression gelitten habe. Das Studium hat mir erlaubt Bildungskarenz zu beantragen und acht Monate lang, konnte ich mich einer Sache hingeben. Es klingt vielleicht etwas kitschig, aber die inhaltliche Auseinandersetzung und der Austausch mit dir, den anderen Studierenden und ExpertInnen hat mir sehr geholfen. Mein Selbstbewusstsein und Auftreten wurden gestärkt. Mit Ende August habe ich gekündigt und gestern besuchte ich meinen alten Arbeitgeber, um meine Zutrittskarte abzugeben. Beim Herausgehen begegnete ich einer ehemaligen Kollegin, die ganz erstaunt meinte: „Du schaust so jung aus!“ Vor einem Jahr noch hat sich mich 10 Jahre älter geschätzt.

In dem letzten Jahr habe ich mich nicht nur äußerlich verändert. Ich kenne meine Grenzen nun besser und ich schätze mich wert. Wir werden sehen, was das nächste Jahr bringt!

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