6. Wie siehst du das?

Liebe Sarah, 

meine Antwort war schon lange in meinem Kopf, hat den Weg zu dir aber erst jetzt gefunden. Erst vor kurzem hörte ich ein Interview mit Kübra Gümusay und war beeindruckt, denn noch nie hatte ich in dieser Weise über unsere Sprache nachgedacht. Umso mehr freute ich mich über deinen Beitrag 🙂 Und dieser wiederum macht mich neugierig, mehr zu diesem Thema zu erfahren und zu lesen. 

Mein Beitrag befasst sich mit etwas Verwandtem – mental models. Kannst du dich erinnern? Wir haben in diesem Semester sowohl in Information Architecture als auch in UX Design darüber gesprochen. Und da ich mich in meiner zweiten Projektarbeit unter anderem mit einem Prototypen beschäftigen werde, habe ich ein bisschen zu diesem Thema recherchiert.

eine einfache Illustration zeigt einen offenen Kopf und eine Sprechblase: wow, I never knew!
dieses Bild kommt von Haikal Lim, veröffentlicht auf uxplanet.org

„A mental model is a set of beliefs about how a system works and how people interact with that system based on their beliefs.“

Cipan, V. UX Passion

Ein mental model ist die individuelle gedankliche Abbildung der Realität basierend auf unseren Erfahrungen und Gelerntem. Wie jeder Mensch denkt, dass etwas funktioniert: zum Beispiel eine App oder ein System. Unsere Handlungen und Entscheidungen beruhen darauf und wir sind ständig am vergleichen unserer mental models mit der Realität. Wenn sich etwas nicht so verhält, wie annehmen, sind wir verwirrt.

Für das Gestalten von Websiten, Apps oder für das Aufbereiten von Informationen für User, sind wir die Übersetzer: Wir machen verständlich, was die Technik im Hintergrund braucht oder macht, um zum gewünschten Ergebnis zu kommen. Wenn es sich dabei um neue Informationen oder Anwendungen handelt, ist es sinnvoll, diese zuerst in bekannte Systeme zu platzieren. Ein Beispiel dafür ist der Desktop auf deinem Computer: Dir ist bestimmt schon einmal aufgefallen, dass hier lauter Worte wie in einem Büro verwendet werden: Ordner, Datei, Papierkorb. Bekannte Begriffe also, um die Bedienung von Computern verständlich zu machen – denn als diese eingeführt wurden, wusste das niemand.

Symbole wie im Büro, webdesignerdepot.com

Bevor du so etwas machst, solltest du jedenfalls so gut wie möglich wissen, was und wie deine Zielgruppe denkt.

“Our bodies and brains are developed to prefer environments in which we don’t have to think so hard about what we’re doing.”

Andrew Hinton, Understanding Context 

Solltest du User von einer neuen Art der Bedienung überzeugen wollen, ist es wichtig, dass du genau erklärst und zeigst, wie diese funktioniert. Feedback ist also untentbehrlich. Vor allem musst aber davon überzeugen, dass dein Vorschlag viel besser ist, als bereits Bekannte ;-). Das ist gar nicht so einfach, denn mental models, auf die wir uns schon lange verlassen können, verändern wir nicht so einfach.

In meiner zweiten Projektarbeit muss ich auf gleich zwei mental models Rücksicht nehmen: Wir möchten unsere Kunden und Kundinnen im das Gramm in digitaler und interaktiver Form über den wahren Wert von Lebensmitteln informieren. Einerseits möchten wir damit deren mental model in Bezug auf den Lebensmittelhandel beeinflussen, andererseits das in Bezug der Aufbereitung der Infos für das Smartphone. Ich werde in diesem Beitrag nicht näher darauf eingehen, denn es würde den Rahmen sprengen 🙂

Nun gut, ich freue mich, wieder von dir zu lesen 🙂

Barbara

https://www.spektrum.de/lexikon/psychologie/mentale-modelle/9560

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