27. Ich weiß, dass ich nichts weiß!

Liebe Barbara, nun ist das Studium fast zu Ende und es ist die Zeit gekommen meinen letzten „Blogbrief“ an dich und alle anderen Mitleser*innen zu schreiben!

Meine Intention mit dem Studium war sich im Bereich des Content Marketings zu professionalisieren, eine Expertise auf einem Gebiet zu gelangen und diese auch gegenüber anderen Stakeholder zu verteidigen! Das ist mir auch gelungen! In meinem Job werde ich geschätzt und meine Meinung wird gehört! Das ist die gute Seite!

Auf der anderen Seite komme ich mir wie eine Novizin vor. Während des Studiums haben wir in viele Bereiche Einblicke gewonnen. Mir sind die Lücken meines Wissens nun viel mehr bewusst, als zu Beginn meines Studiums. Um es in den Worten von Sokrates zu sagen:

Ich weiß, dass ich nichts weiß!

Sokrates

Jobs: viele offene Türen & Möglichkeiten

In einem Report des World Economic Forums werden die “Jobs der Zukunft“ aufgelistet. Auf Platz 4 findet sich „Digital Marketing & Strategist Specialist“.

Wenn man die gängigen Jobbörse durchstöbert, merkt man sehr schnell, es mangelt nicht an Jobmöglichkeiten für COS Absolvent*innen! Trotzdem habe ich im Moment nicht das Gefühl mich für viele Jobs zu qualifizieren. Der Grund dafür liegt sicherlich in der fehlenden Spezialisierung – ähnlich wie nach einer AHS-Matura.

Fehlender PERSÖNLICHER Austausch

Ich vermisse den persönlichen Austausch mit meinen Studienkolleg*innen und Vortragenden. Obwohl die Präsenzwochen und -tage sehr anstrengend waren, haben sie mir immer wieder meine Stärken vor Augen führt: meine besten Ideen, meine Inspiration und Motivation erhalte ich durch den Austausch im Studium. Das fehlt mir ganz besonders jetzt bei den Vorbereitungen meiner Masterarbeit auf. Ich habe am konstruktivsten nach Präsenzwochen an meinen Projektarbeiten gearbeitet. Durch Gespräche und Diskussionen sah ich Problemfelder viel klarer und wusste, wie ich diese mit den Methoden analysieren und eventuell lösen könnte. Im Moment stehe ich vor meiner Masterarbeit und ich weiß nicht, wie und wo ich anfangen sollen. Es wird auch nicht besser, je länger ich mich alleine mit der Masterarbeit beschäftige.

Wie ist das bei dir, liebe Barbara? Freust du dich auf den Studienabschluss?

Meine Reflexion zusammengefasst

Ich bin dankbar, dass ich am COS Studium teilnehmen durfte. Mein Netzwerk ist enorm gewachsen: ich habe Freunde gewonnen und durfte Kontakte zu Expert*innen auf dem Feld der Content Strategie knüpfen.

Ich habe viele Tools, Methoden und Zugänge zu Literatur kennengelernt, auf die ich außerhalb des Studiums keinen Zugang hätte. Deshalb ist mir auch bewusst, dass ich auch nicht über alles bestens Bescheid wissen muss. Ich weiß, wo ich Informationen und Expertise finde, wenn ich sie zu einem speziellen Thema benötige.

Content Log – wie geht es weiter mit dem Portfolio?

Es erfüllt mich Freude durch die Beitrage unseres gemeinsamen Blogs zu klicken! Liebe Barbara, wir haben uns zu so vielen Themen ausgetauscht und anhand unseres Blogs sieht man auch, wie vielfältig das Studium Content Strategie ist.

Vorerst wird das jedoch mein letzter Blogeintrag sein. Ich werde den Sommer nutzen um Energie zu tanken um den letzten Teil des Studiums – die Masterarbeit – zu überstehen. Wie tanke ich Energie? Ich verreise! Vor der nächsten Corona Welle und Lockdown möchte ich die österreichischen Grenzen verlassen und die größere Welt genießen.

Ich hoffe durch meine Reisen nicht nur Energie zu tanken, sondern auch wieder meine Lust und Neugier nach Content Strategie Inhalten zu finden. Ich muss gestehen, dass ich im Moment etwas erschöpft bin und ich mich darauf freue mich von Arbeit und Studium zu distanzieren – und das auch räumlich! Daher verabschiede ich mich an dieser Stelle und hoffe, dass wir uns bald mal wieder persönlich sehen 🙂

21. Freude, Motivation und Ordnung während des Studiums

Wir sind im letzten Semesters unseres Studiums. Unglaublich! Ich möchte dies daher zum Anlass nehmen und dir in diesem Blog verraten, was mir persönlich viel Freude bereitet und mich motiviert hat jede Lecture im Studium anzuhören. Möglicherweise ist es ein bisschen spät für dich, aber möglicherweise nicht für andere Leser*innen unseres Schreibaustausches.

Meine handschriftlichen Notizen

Ich schreibe gerne mit der Hand. Ich lege Wert darauf, wie sich Papier anfühlt, wie ein Stift in der Hand liegt und wie ich den Stift auf dem Papier führe. Daher ist es nicht verwunderlich, dass meine Mitschriften während meines Studiums in Notizbüchern gesammelt sind. Obwohl ich Content Strategie studiere und mich auch beruflich hauptsächlich mit digitalen Kanälen beschäftige, genieße ich es meine Gedanken analog auf Papier zu bringen.

Es erfüllt mich daher mit Stolz in meinen vergangenen Notizbüchern zu schmökern und mir vor Augen zu führen, wieviel wir in diesem Studium bereits gelernt haben.

Meine vier Notizbücher umfassen meine bisherigen Mitschriften zum Content Strategie Studium.

Lernen durch die handschriftliche Mitschrift

Nicht besonders überraschend – aber ich selbst lerne am besten durch aktives Mitschreiben:

  • In der ersten Phase schreibe ich – meist auch mit dem Gefühl, dass wenn ich etwas nicht zu Papier bringe, es eventuell für immer verloren ginge. Die Tätigkeit des Schreibens verinnerlicht den Inhalt in mir.
  • In einer zweiten Phase kommen Farben hinzu, ich markiere farblich besonders wichtige Stellen. Das kann auch zu ziemlich hohen Kosten führen, da ich auch gerne in Büchern Notizen hinzufügen oder farblich Stellen markiere. Das kann ich nur in Büchern tun, die mir auch selbst gehören.
  • In einer dritten Phase tendiere ich dazu Skizzen oder Modelle zu zeichnen.
Hier ist ein Beispiel meiner Mitschrift von Deane Barkers Lecture zu Content Modeling. Part 2
Am besten merkt man sich begriffe und Funktionen durch Metaphern: Application Programming Interface (API) ist so gestaltet, dass sie wo andocken kann.

Erst kürzlich habe im Falter in der IT-Kolumne von Anna Goldenberg gelesen:

Wer bei einer Vorlesung seine Mitschrift am Computer tippt, merkt sich weniger. Besser fürs Hirn ist es, sich mit einem Stift auf Papier Notizen zu machen. Das waren die Erkenntnisse einer Studie, die 2014 im Fachjournal Psychological Science erschien und vielfach zitiert wurde. Wer mit der Hand mitschreibt, dessen Notizen sind kürzer, weil, anders als am Laptop, weniger wörtlich zitiert wird. Stattdessen werden die Inhalte gleich beim Schreiben verarbeitet. Die Ablenkung durch Internet und so weiter spielt keine Rolle.

Anna Goldenberg im Falter (Ausgabe Nr.13/21 – 31.März 20201)

Ich kann das nur bestätigen. Die Kolumne geht jedoch weiter:

Sechs Jahre später replizierte ein anderes Forschungsteam das Experiment, wie es für redliche Wissenschaft ratsam wäre, aber selten geschieht. Veröffentlicht wurden die Ergebnisse in der gleichen Zeitschrift. Diesmal fanden die Forscher keine Unterschiede zwischen jenen Studierenden, die mit der Hand, und jenen, die am Laptop mitschrieben. Beide merkten sich den Inhalt eines kurzen Vortrags gleich gut. Eine schlechte Nachricht für jene, die den Niedergang der Handschrift betrauern -und eine gute für jene, die ihre eh nicht lesen können.

ebenda

Was soll ich dazu sagen? Ich selbst gehöre zur alten Schule.