14. Geschichte des Webdesigns am Beispiel von mtv.com

Liebe Barbara

Wie hat dir das Wahlfach „Interface Design und Typography“ mit Jürgen Genser gefallen? Wir haben im Rahmen unseres Studiums schon mehrmals von der Geschichte des Internets gehört, trotzdem fand ich die den geschichtlichen Aspekt des Webdesigns sehr interessant. In diesem Blogartikel werde ich die Entwicklung des Webdesigns anhand von mtv.com aufzeigen. Ich muss zugeben, als ich durch „alte“ Webseiten aus den 90er Jahre scrollte, bin ich sehr nostalgisch geworden….

Kannst du dich noch an dieses Geräusch erinnern?

1993 Geburtsstunde von mtv.com

Die erste Version im Webarchiv stammt jedoch aus dem Mai 1996. Basierend auf einfachen HTML war die Seite sehr einfach gestaltet und zeigte ein grafisches Element (das Logo), zwei Links und Texterklärungen. In der Abb.1 kannst du leicht erkennen, dass das Layout auf Tabellen basierte. Es richtete sich an ein junges, technisch affines Publikum. Die Website richtete sich an dieses Publikum mit entsprechenden Humor. Der User konnte je nach Internetstabilität und Browser zwischen „Decaf“ und „Java“ wählen. MTV verstand sehr früh das Konzept der Landing Page.

mtv.com, Mai 1996, Quelle: web.archive.org

1997: Flash

Die Einführung von Flash im Jahr 1997 war besonders wichtig für mtv.com. Mit Flash konnte Musik abgespielt, Videos, neue Layouts, Animationen und Interaktionen angezeigt werden. Obwohl man die klassische Tabellenstruktur noch erkennen kann (Abb. 2), zeigt die Website viel mehr Inhalt: farbenfrohe, unterschiedliche Schriftarten und Animationen (die roten Sterne blinken, die kleinen Banner bewegen sich). All in allem ist auf der Seite sehr viel los.

Abb.2 mtv.com, April 2000, Quelle: web.archive.org

2004: User und bezahlte Werbung

Der Trend, mehr Inhalte auf der Website zu platzieren (Text, Animationen, Videos, Bilder…), wuchs weiter, wie in Abb. 3 dargestellt. Mit höheren Userzahlen begann die Kommerzialisierung mit bezahlter Werbung. Das Layout der Website ist fixiert und in Kopfzeile, Navigationsmenü und verschiedene Inhaltstypen unterteilt. Die Website wirkt nach unserem heutigen Standarf kleinformatig und überladen.

Abb.3 mtv.com, Oct. 2004, Quelle: web.archive.org

2007: Reduziert

Mit der Zeit wurde auch der schwarze Bereich außerhalb des Website-Layouts verwendet und in das Webdesign integriert. Die Inhaltsanzeige wurde leicht minimiert: Bilder, Videos sowie Schriftgröße wurden größer. Außerdem reduzierte sich die Schriftfarbe auf Blau und Grau. Insgesamt sah die Seite nun mehr „aufgeräumt“ aus.

Abb.4 mtv.com, Sept. 2007, Quelle: web.archive.org

2012: Printmagazin-Ästhetik

Fünf Jahre später änderte sich die Website komplett. Der beliebte Slide-Banner wurde prominent platziert. Zum ersten Mal sind die Social Media Buttons sichtbar. Das Design der Website spielt mit weißen Leeraum, welche nur durch quadratische Containerelementen unterbrochen werden. Die Website wirkt wie eine Seite aus einem Printmagazin.

Abb. 5 mtv.com, Dez. 2012, Quelle: web.archive.org

2016: Vereinfacht

Im Jahr 2016 wurde mtv.com vereinfacht. Die Navigation zeigt nun nur noch drei Kategorien: Shows, Musik und Nachrichten. Die Verlinkungen zu den Social-Media-Kanäle sind ebenfalls begrenzt. Vor allem aber nutzt die Website den gesamten Bildschirm und ist responsiv- Das bedeutet die Seite reagiert auf kleinere Geräte. Die Bilder wurden mit drei Textzeilen (Handlungsaufforderung, Titel, Untertitel) prominenter präsentiert. Diese Version ähnelt der heutigen Seite von mtv.com.

Liebe Barbara, was sagst du als ausgebildete Designerin zu meiner Interpretation der geschichtlichen Entwicklung des Webdesigns?